50321 Brühl
jeden 1.
Dienstag im Monat, 19.00 Uhr
Bistro des Keramikmuseums Brühl, Kempishofstraße 10
Dr. Matthias Petran
Tel.: 02232-33828
Trotz des kühlen und regnerischen Wetters versammelten sich rund 40 Interessierte am Sonntag, dem 14.3.2026 zu einem naturkundlichen Spaziergang durch den Brühler Schlosspark. Wilhelm von Dewitz, Michael Braun, Cornelia Presselmayr und Matthias Petran erläuterten die Frühlingsaspekte der Natur im Schutzgebiet Schlosspark. Zu beobachten waren in der 150jährigen Platanenallee zahlreiche Höhlenbrüter: Alexander- und Halsbandsittiche, Dohlen und Hohltauben. Der Waldkauz hat sich an eine andere Stelle im Park zurückgezogen. Die Frühblüher wie Lärchensporn, Scharbockskraut, Anemonen und Lungenkraut zeigten erste Blütenteppiche. In der Bärlauchflur war frisches Grün zu sehen – ein Hinweis auf gefährliche Verwechslungen mit dem Maiglöckchen durfte nicht fehlen. Schließlich beobachtete die Gruppe die Reiherkolonie am Inselweiher im Schlosspark. Im vergangenen Jahr gab es 23 Brutpaare, auch in diesem Jahr saßen schon viele der eindrucksvollen Graureiher auf dem Gelege und brüteten. Begleitet wurden die Beobachtungen von geräuschvollen Paraden der Canadagänse und Auftritten von Nilgänsen am Ufer.
Bilder: NABU Rhein-Erft
von Dr. Michael Braun
Im Park am Kaiserbahnhof wurden im Winter 2021/22 insgesamt 21 Nisthilfen für Wildtiere und zwei Futterstationen für Vögel und Eichhörnchen, sowie ein Eulenkasten, ausgebracht, die dankenswerterweise zu je 50 % von der Dorfgemeinschaft Brühl-Kierberg und der Stadt Brühl gesponsert wurden. Die Kästen wurden dann im Frühjahr von Kohlmeisen, Blaumeisen und Staren angenommen. Die Tier- und Pflanzenwelt im Park wird seit 2021 mit der App iNaturalist erfasst. Mittlerweile gibt es fast 200 Arten, die dort mit Fotos dokumentiert sind.
Bei den durchgeführten Exkursionen mit Erwachsenen und Kindern gab es verschiedene ornithologische Highlights, wie am 23. März 2025, als eine Waldschnepfe aufflog und im Tiefflug Richtung Bahnhof den Park verließ. Diese Tiere brüten in den angrenzenden Ville-Wäldern.

Der Bestand des Nashornkäfers im Park, ehemals 120 Nachweise, ist in den letzten Jahren stark eingebrochen und kurz vor dem Verschwinden. Bei der Exkursion am 14. Juni wurde nur noch eine einzige Flügeldecke des größten heimischen dämmerungs- und nachtaktiven Käfers gefunden. Zur Unterstützung der Nashornkäfer wären hier Kompost bzw. frische Haufen von Holzhäckseln (z. B. vom Stadtservicebetrieb) hilfreich, die durch Zersetzungsprozesse des organischen Materials Raum für die Entwicklung der Larven bieten. Vom Hirschkäfer liegen noch über 40 Nachweise vor.
In der Abenddämmerung wurde das „Glühwürmchen“, der sehr attraktive Kleine Leuchtkäfer gesichtet. Und auch Zwergfledermäuse, die zwei Wochenstuben in der angrenzenden Kierberger Straße haben, jagen sehr häufig im Park. Weitere nachgewiesene Arten sind die Rauhautfledermaus und das Braune Langohr.

Eichhörnchen sind häufig zu sehen. Sie profitieren von den Futterstellen und Nisthilfen für Vögel. Und auch die heimischen Braunbrustigel, angelockt von den ehemals großen Nashornkäferbeständen, die sie sich als Hauptnahrungsquelle erschlossen hatten, sind präsent. Viele Vogelarten nutzen den Park als Brutplatz, darunter Halsbandsittiche, Sommergoldhähnchen, Ringeltaube, Grünspecht, Buntspecht, Stieglitz, Gimpel, Kernbeißer, Grauschnäpper, Gartenbaumläufer, Amsel, Sing- und Misteldrossel. Besonderheiten sind neben den überwinternden Rotdrosseln aus Nordeuropa außerdem Uhu, Rotmilan und Habicht. Auf den durchgeführten Exkursionen konnten viele der genannten Arten beobachtet werden.
Als Amphibien gibt es im Park lediglich Erdkröte und Bergmolch, da geeignete Laichgewässer fehlen. Reptilien wie Mauereidechse und Blindschleiche sind hauptsächlich am angrenzenden Bahnhof Kierberg zu finden. Leider konnten die Kinder bei der abendlichen Exkursion am 5. Mai keine wildlebenden Reptilien wie die Mauereidechse mehr entdecken. Diese entschwand gerade vorher mit den letzten Sonnenstrahlen. Die Kinder hatten trotzdem Spaß, die Reptilien mit Hilfe von naturgetreuen Modellen zu erforschen.

Während die Zauneidechse in Brühl-Kierberg nur noch sehr selten vorkommt, breitet sich die Mauereidechse sowohl im Gleisbereich als auch in den Wohngebieten seit ca. 2015 stark aus. Bei Sonnenschein und Temperaturen von über 10 °C kann man die Mauereidechsen oft auch in den Wintermonaten beobachten. (2026)

Die Schlossparkführung am 16. März 2024, die unter fachkundiger Leitung von Wilhelm von Dewitz, Michael Braun und Matthias Petran den Waldteil des Schlossparks erkundeten, war wieder gut besucht, ca. 40 Interessierte. Dabei wurden Höhlenbrüter wie Alexander- und Halsbandsittiche beobachtet, die in Gesellschaft mit Dohlen und Hohltauben die geschützte Platanen Allee als Brutplatz nutzen. Mit Blick auf die Frühblüher und Bärlauchfluren gelangte die Gruppe zur Reiherkolonie am Inselweiher. In den Bäumen brüteten 15 Graureiherpaare, die zum Teil schon ihre Jungen fütterten. (2025)
Text: Dr. Matthias Petran

Um auch dem innerstädtischen Alten Friedhof in der Brühler Innenstadt mehr Höhenleben
einzuhauchen, haben Ulrich Brockmann und Conni Presslmayr dort diverse Nistkästen aufgehängt: im April zunächst sechs Stück für Meisen, von denen fünf angenommen wurden, ein ziemlich satter
Schnitt. Seit Oktober hängen aber noch weitere sechs Kästen: vier Halbhöhlen für Rotkehlchen oder, wer weiß, vielleicht sogar Grauschnäpper, sowie eine Baumläufernisthilfe und ein großer schicker
Waldkauzkasten, mit dem wir die Kierberger Waldkäuze locken wollen. Attraktiv genug sollte der Alte Friedhof in Schlossparknähe doch sein, meinen wir und sind gespannt.
Die Nistkästen wurden von der Holzwerkstatt der Lebensgemeinschaft e.V. Sassen hergestellt und im Onlineshop bestellt unter
www.handwerksprodukte.de. Wir sind sehr angetan von den Kästen.
Text: Conni Presslmayr (2025)

Wilhelm von Dewitz wurde am 28. September 2024 mit der Ehrenplakette der Stadt Brühl für seine außergewöhnlichen Verdienste um die Stadt geehrt. Er setzte sich für den Schutz der Natur und die Renaturierung der Brühler Bäche ein, etwa des Pingsdorfer Bachs. Zudem förderte er Biotope wie Nisthöhlen für den Eisvogel am Palmersdorfer Bach und an den Villeseen. Besonders wichtig war ihm der Dialog zum Schutz von Vögeln im Schlosspark, etwa bei der Unterschutzstellung der Platanenallee. Auch pflegt unter seiner Leitung die Ortsgruppe Brühl und seiner Beteiligung seit 30 Jahren eine Streuobstwiese in Schwadorf und beobachtet Bruterfolge von Schleiereulen und Turmfalken in Brühler Kirchtürmen wir St. Servatius. (2025)