Rund 70 Schafe und Ziegen kümmern sich im Naturschutzgebiet Friesheimer Busch in Erftstadt um die Landschaftspflege. Damit sie trocken, gesund und satt durch den Winter kommen, haben die Naturschützer vom NABU Rhein-Erft ihnen einen ganz besonderen Stall gebaut. Welle Rhein-Erft hat mal reingeschaut und reingehört.
Obwohl wenige allerletzte Handgriffe am neuen Tierstall noch fehlen, pulsierte dort am Samstag bereits das Leben: Wir feierten die fröhliche Einweihung im nagelneuen Schafstall!
Dabei war der Ziegenstall inoffiziell schon etwas früher eröffnet. Am zeitigen Samstagmorgen zogen die beiden ersten aufgeregten Testgruppen ein: die muntere Rasselbande des Ziegen-Jahrgangs 2025 und unsere werdenden Mütter. Ihr fröhliches Geblöke sorgte im Hintergrund für die akustische Untermalung der Feier.
Es fühlt sich immer noch an wie ein wunderbarer Traum, wenn man um die Ecke des Parkplatzes biegt: Zuerst sieht man den Stall in seiner klassischen, schlichten Form, um dann in die lichtdurchfluteten Hallen zu spazieren, die ein trockenes und sicheres Heim für die Tiere versprechen. Die Freude über dieses Meisterwerk und das kollektive Gefühl, diese enorme Leistung gemeinsam gestemmt zu haben, waren bei Feier spürbar.
Wir bedanken uns bei allen, die das möglich gemacht haben, seien es unsere Förderer und Spender, das Team der RWTH und die Studierenden, die zuverlässigen Handwerksfirmen sowie die vielen NABU-Ehrenamtlichen.
Besonders gefreut hat uns die hart erarbeitete Spende der Ferienkinder aus der Wollwerkstatt im Umweltzentrum. Unter Anleitung von Kathrin Volkmann hatten die Kinder eifrig bunte Wollwichtel gebastelt und auf der Waldweihnacht verkauft.
Hier einige stimmungsvolle Impressionen dieser besonderen Feier.
Nur mithilfe dieser Förderer und der Spende, Eigenleistung und NABU eigenen Mitteln kann der schon lange benötigte Bau jetzt realisiert werden.
LEADER, der europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, finanziert von der Europäischen Union und dem Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW, fördert den Stallbau.
Die Deutsche Postcode-Lotterie fördert die Innenausstattung wie Futterraufen, Ablammboxen, Horden, Fressfanggitter etc.
Wir bedanken uns bei der EifelStiftung für ihre Spende in Form von kurzfristiger zinsfreier Bereitstellung einer Zwischenfinanzierung.
(23.11.2025) Jetzt wird es langsam eng! Der Stall muss fertig werden, damit die Tiere eingestallt werden können. Die Ziegen haben keine Unterwolle und sind deshalb nicht so wetterresilient. Unser Ziel ist es, den Ziegenstall zuerst fertigzustellen.

Der Baufortschritt ist sehr erfreulich und die Handwerker sind verwundert, wie es auf dieser Baustelle, ohne Stillstand, weitergeht.
Die Gräben für Anschluss des Stalls an Wasser- und Stromversorgung sind jetzt auch ausgehoben. Der NABU bedankt sich ganz herzlich bei dem Helios-Team für diese nachbarschaftliche Unterstützung.
Nun einige Einblicke, damit Ihr Euch selbst überzeugen könnt:
(11.11.2025) Am vergangenen Wochenende haben einige Studierende der RWTH Aachen die Fassade des Stalls montiert und viele Elemente der Innenausstattung befestigt. Vielen Dank dafür!
(08.11.2025) Das Dach ist fertig! Das Wetter war dem Stallbau gnädig und die Dachdecker haben in wenigen Tagen den Stall fertig gedeckt.
An diesem Wochenende sind die Studierenden der RWTH Aachen vor Ort, um die Fassaden und den Innenausbau fertigzustellen.
In der kommenden Wochen folgen Wasser- und Stromanschlüsse.
Am vergangenen Freitag (24.10.25) traf sich eine bunte Mischung aus Handwerkern, Förderern, RWTH-Team und Studierenden, Freunden und NABU-Ehrenamtlichen zum Richtfest. Ja, das Wetter hätte besser sein können! Aber das wurde wieder wettgemacht, als Anton, der Praktikant von Holzbau Evertz, am Nachmittag auf unserem Dach seinen ersten Richtfest-Segen für unseren Tierstall sprach. Zusammen mit den einleitenden Worten von Prof. Dr. Schneider, Lehrstuhl Baukonstruktion der RWTH Aachen, der guten Stimmung und Freude über den Baufortschritt und die netten Gespräche hatten wir ein wirklich schönes Richtfest.
Wir freuen uns, dass Ihr alle gekommen seid, um mit uns dieses Ereignis zu feiern.
Hier weitere Bilder:
Der NABU Rhein-Erft baut einen neuen Stall für Ziegen und Schafe. In diesem Video erfährst du die Hintergründe.
30 Studierende der RWTH Aachen haben eine Woche lang an der Inneneinrichtung und Fassadenelementen für den neuen Stall gebaut.
Das Mockup Video zeigt die Modellarbeiten der Studierenden für die Inneneinrichtung beim Stall. (Quelle: NABU Rhein-Erft)
Der Betonbauer hat am 9. September bis in die Dunkelheit gearbeitet, damit die Bodenplatte fertig wird. Der Beton härtet jetzt aus und in einer Woche geht es an die Aufbauten. Wir freuen uns, dass alles so gut klappt.
Am 26. September endete das Selbstbau-Camp der Studierenden der RWTH Aachen, Lehrstuhl Baukonstruktion. Es war ein voller Erfolg!
In dem vier Tage dauernden Bau-Camp mit Zeltübernachtung bauten die Studierenden acht geschlossene und 20 halboffene Außenfassaden-Elemente. Außerdem errichteten sie acht Trennelemente sowie sechs zu öffnende Fressfanggitter für den Innenausbau. Der NABU Rhein-Erft freut sich sehr über diese enorme Arbeitsleistung.
Zurzeit lagern alle vorbereiteten Teile im Traktorzelt, bis die Zimmerei den Skelettbau errichtet hat. Die Montage der Außenwände erfolgt später an einem Wochenende durch Studierende und NABU-Mitglieder. Dann sehen wir einige oder alle Studierenden wieder – darauf freuen wir uns.
Der NABU Rhein-Erft bedankt sich bei allen Beteiligten des Camps und den involvierten NABU-Ehrenamtlichen für die Bereitschaft mitzumachen und für dieses herausragende Ergebnis.

(18. September 2025) Endlich ist es soweit – die Bauarbeiten für den Stall haben am Montag begonnen! Als Erstes startete am frühen Morgen die Firma Rhiem& Sohn aus Erftstadt mit den Erdarbeiten. Der Betonbauer beginnt noch diese Woche mit den Einschalarbeiten und nächste Woche wird betoniert.
Die Studierenden der RWTH Aachen werden sich in der kommende Woche bei den Bauarbeiten einbringen und alle Fassadenelemente erstellen.

(September 2025) Zurzeit läuft die Bodenanalyse nach LAGA, festgelegt von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft, um festzustellen, wie der Bodenaushub verwertet bzw. entsorgt werden kann. ‚Dann wird gegenüber der Heuhütte der Erdwall abgetragen und die Erdarbeiten beginnen.
Am 22. September dürfen wir die Studierenden der RWTH Aachen, Lehrstuhl Baukonstruktion, zum Bau-Camp begrüßen. Bis Oktober werden sie im Umweltzentrum campen und die Fassaden-Elemente, Trennelemente und Fressgitter für unsere Walliser Schwarzhalsziegen und Grau Gehörten Heidschnucken bauen. Das ist Teil der Lehrveranstaltungen der RWTH Aachen in Kooperation mit dem NABU Rhein-Erft e.V.
Gleichzeitig beginnen die Rohbau-Arbeiten. Läuft alles glatt, wird Mitte Oktober der Skelettbau von der Zimmerei und danach das Dach gesetzt.
An Wasserinstallation und Elektrik sowie Blitzschutz arbeiten wir gerade eifrig!
Alle Angebotsanfragen an die Unternehmen werden entsprechend den Förderrichtlinien getätigt. Wir freuen uns, dass bisher regionale Unternehmen den Zuschlag erhalten haben.
Im Winter wird der Bau als Stall für unsere Weidetiere genutzt, im Sommer im Bedarfsfall als Trocknungs- und Reinigungsraum für das im Naturschutzgebiet gewonnene Saatgut verschiedenster Wildkräuter.
Diese Baumaßnahme ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der natürlichen Ressourcen in der Zülpicher Börde. Durch die jahrzehntelange Biotoppflege des NABU Rhein Erft e.V. wurden heute hoch bedrohten Tier- und Pflanzenarten das Überleben in der intensiv landwirtschaftlich genutzten Börde gesichert. Das Schutzgebiet ist heute ein sehr wichtiger Trittstein der Biodiversität.
Das alles ist nur möglich durch die großzügige Unterstützung unserer Förderer.
Als Vorbereitung für den Stallbau im Umweltzentrum werden verschiedene Elemente des Stalls im Selbstbau als 1:1 Mockup überprüft. Ein Fassadenelement, sowie Teile des inneren Ausbaus (Trennelement und Fressgitter) werden auf ihre Funktionalität, Stabilität und Gestaltung überprüft. Vor allem spielen die Erkenntnisse zum Bauprozess und zur Machbarkeit eine Hauptrolle. Da Ende September alle Fassadenelemente im Selbstbau gebaut werden, gilt es den Aufwand abschätzen und die Arbeitsschritte gut aufteilen zu können. Wir freuen uns sehr, dass es nun endlich losgeht.
Der Bau des NABU-Tierstalls wird vom europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums eine Kooperation des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW sowie der Europäischen Union gefördert.(Juli 2025)
März 2025 – Endlich ist endlich soweit – unsere Heidschnucken und Walliser Schwarzhalsziegen bekommen einen festen Stall für die Überwinterung. Im Herbst wurden das letzte Mal unsere tierischen Helfer bei der Pflege des Naturschutzgebietes „Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch“ in ihrem provisorischen Winterquartier untergebracht, welches die Ehrenamtlichen der Landschaftspflegestation jedes Jahr in vielen Stunden und mit enormem physischem Aufwand aus Weidezelten herrichten.
Zusammen mit den Studierenden des Lehrstuhls Baukonstruktion der RWTH Aachen wurde ein Tierstall-Komplex entwickelt, bestehend aus jeweils einem Schaf- und einem Ziegenstall für jeweils ca. 50 Tiere und ein integrierter Bau mit Hausanschluss-, Futter- und Apothekenkammer. Der Stallbau selbst ist ein Holzskelettbau auf einer Bodenplatte aus Stahlbeton. Die Studierenden werden sich stark bei den Bauarbeiten einbringen. Damit freuen wir uns über diese gelungene Kooperation mit der RWTH Aachen, in der Studierende Praxiserfahrung bekommen und der NABU Rhein-Erft e. V. ein einzigartiges Stallgebäude bekommt.
Möglich wurde diese schon lang geplante Baumaßnahme durch Antragstellung bei der LEADER Region Zülpicher Börde, einem Fonds des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW, kofinanziert von dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums.
Der NABU Rhein-Erft hat eine detaillierte Projektbeschreibung erstellt, die vom LEADER-Lenkungskreis als förderfähig bewertet wurde. Danach galt es einen umfangreichen Förderantrag einzureichen, welcher von der Bezirksregierung Köln geprüft wurde.
Hier war die fachkundige Unterstützung des LEADER-Regional-Managements der Zülpicher Börde eine große Hilfe. Der Bewilligungsbescheid des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW kam dann im Dezember 2024. Damit sind zwei Drittel der geplanten Kosten finanziert. Ein Drittel muss der NABU aufbringen in Form eines Eigenanteils und Spenden.
(Februar 2025)

Im ehemaligen Munitionsdepot Friesheimer Busch wurde 1998 das Umweltzentrum Erftstadt gegründet. Aus den von der Belgischen Armee hinterlassenen „Ruinen“ wuchsen langsam und mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement Seminarräume, Büros, Lagerhütten, Werkstätten, Viehställe und das abwechslungsreiche Außengelände. Gemeinsames Ziel ist die Verbesserung von Natur, Landschaft und Umwelt sowie ein interessantes Umweltbildungsangebot für Jung und Alt.
Für die etwa 100 Ziegen und Schafe auf dem Gelände, die Ehrenamtler vom NABU Rhein-Erft betreuen, wird ein neuer Offenstall für die saisonale Unterbringung in den kalten Wintermonaten benötigt. Damit der Stall ganzjährig genutzt wird, plant die Biostation Rhein-Erft dort die Trocknung von regionalem Saatgut.
Die Planung des neuen Stalls haben Studierende RWTH Aachen im Fach Architektur übernommen. Ein einfacher Neubau soll als Skelettbau auf einer Bodenplatte aus Stahlbeton geplant und später im Selbstbau unter Beteiligung der Studierenden errichtet werden. Hinzu kommen geschlossene Räume (Futterkammer, Hausanschlussraum etc.), die vorzugsweise als Lehmbau realisiert werden sollen und damit auch unabhängig vom Stall errichtet werden können. So die Aufgabenstellung,

Am 9. Februar 2023 stellten die Studierenden gemeinsam mit den Dozenten des Lehrstuhls für Baukonstruktion Dr. Carsten Eiden und Dr. Philipp Hoppe drei Varianten vor: Das Langhaus, die Scheune und das Ensemble. Die Studierenden erläuterten ihre Projekte. Die Aufgabe ein Stallgebäude preiswert und nachhaltig zu errichten, hatten sie gut gemeistert.
Der Lehm für die Wände der festen Räume kommt direkt auf den Erdwällen im Umweltzentrum. Lokaler geht es nicht. Für die Präsentation hatten die jungen Planer Steine aus verschiedenen Stampflehmen produziert, um die Eigenschaften und Eignung als Baummaterial zu klären.
Vertreter der Stadt Erftstadt, des Umweltzentrums, der Biostation Rhein-Erft und des NABU Rhein-Erft zeigten sich von den Ergebnissen sichtlich beeindruckt. Seitens der Stadt wurde die notwendige Unterstützung bei planungsrechtlichen Aspekten zugesagt.
Der Lehrstuhl und die Studierenden kümmern sich um die weitere Planung und überlegen ein Gesamtkonzept für das Umweltzentrum. Klar ist, dass der NABU Rhein-Erft die Finanzierung nicht allein stemmen kann. Die Verantwortlichen vom NABU Rhein-Erft begeben sich optimistisch auf die Suche nach Spenden und Fördergeldern.
Quelle: https://www.umweltzentrum-erftstadt.de
https://bauko.arch.rwth-aachen.de/pcms/pg.php?id=520
(2023)