Der Vogel des Jahres 2026 - zum zweiten Mal nach 1991 gekürt - Das Rebhuhn

Rebhuhn

von Jochen Hiller

Das Rebhuhn ist ein bodenlebender Hühnervogel (Glatt+Rauhfuß): Sein Lebensraum sind die offenen Graslandschaften und Felder, mit Hecken und Büschen, von Westeuropa bis nach Zentralasien.

 

Das Rebhuhn hat eine Größe von 29 bis 31 cm bei einer Flügelspannweite von 45 bis 48 cm und ein Gewicht von ca. 400 Gramm. Die Geschlechter sehen sich sehr ähnlich, das Männchen hat aber einen größeren Bauchfleck. Es baut sein Nest am Boden gut versteckt, in einer Mulde mit Pflanzenmaterial ausgekleidet.10 bis 20 Eier werden im April/Mai gelegt und 23 bis 25 Tage bebrütet. Das Männchen hält dabei Wache um Nestfeinde davon fernzuhalten

Die Jungen sind Nestflüchter und können nach 13 bis 16 Tagen fliegen. Bis in den Winter bleiben sie im Familienverband, Kette genannt. Besonderes: Das Rebhuhn ist Europa-Rekordhalter bei der Zahl der Eier, ein Vollgelege umfasst bis zu 20 Eier! Die Nahrung ist pflanzlich, aber im Sommerhalbjahr kommt auch ein hoher Insektenanteil dazu, die Küken fressen zunächst nur Insekten.

Lange Zeit war das Rebhuhn als Kulturfolger einer unserer häufigsten Vögel in der Landschaft. Aber durch die Veränderungen vor allem in der Landwirtschaft, bei Flurbereinigungen, Straßenbau, Bau von Gewerbegebieten etc. ist der Bestand in Europa seit 1980 um 91% zurückgegangen.

Den Bestand in Deutschland schätzt man heute auf noch 21.000 bis 35.000 Brutpaare (Stand letzte Rote Liste 2020). Es wird dort unter der Stufe 2 geführt: stark gefährdet! Damit leben nur noch ca. 0,4 Paare/km².

Um die Bestände zu erhalten und zu erweitern müssen Erhaltungsmaßnahmen und Aufwertungen ihres Lebensraumes durchgeführt werden, wie z.B. anlegen von Blühstreifen, Hecken und Büschen (wichtig im Winter), sowie breitere Randstreifen an Feldern.

 

Aufgrund der hohen Lebensansprüche des Rebhuhns profitieren viele andere Arten wie Feldlerche, Wachtel, Goldammer, Stieglitz, Grauammer, Feldhase und Insekten von diesen Maßnahmen. 

 

Durchziehende Vögel nutzen diese Flächen außerdem noch zur Nahrungsaufnahme und Rast. (2026)

 

Bild: Udo Kürten