von Otmar Ophoven
Zwölf Kinder hatten in den Osterferien viel Spaß bei den PlastikPiraten. Für die Kinder, Otmar Ophoven und sein Team drehte sich alles um die Schwerpunktthemen Wald und Abfall. Viele Fragen wurden in der Gruppe besprochen, von der Abfalltrennung, Abfallvermeidung, Wiederverwertung, Abfall in der Natur, Zersetzungszeiten bis hin zum Upcycling.
Der Spaß kam aber auch nicht zu kurz. Besonders waren die Kinder von den Umweltspielen, z. B. die Müllrallye, Wasserschöpfen mit Hindernissen, Dosenwerfen, Kegeln auf Plastikflaschen (natürlich Mehrweg), begeistert. Am zweiten Tag besuchten wir die Vergärungs- und Kompostierungsanlage RETERRA in Erftstadt. Die etriebsleiterin Frau Matthäus erwartete die PlastikPiraten schon
am Parkplatz. Westen an und schon ging es los in eine Riesenhalle voller Abfall aus der Biotonne. An den Geruch mussten wir uns natürlich erst einmal gewöhnen. Frau Matthäus erklärte uns zunächst die Abläufe der Anlage an einem einfachen Schaubild (extra für uns vorbereitet!). Die Praxis konnten wir dann hautnah anschauen. „Die Plastiksachen gehören hier aber nicht hin“, so der Kommentar einer Plastikpiratin. „Gut beobachtet, alle Störstoffe, wie z. B. Plastik, Papier, Asche, Medikamente, Staubsaugerbeutel, Batterien und Textilien, werden über die Anlage rausgepustet, abgefangen oder sogar händisch aussortiert“, erklärte Frau Matthäus. Am Ende soll ja ein hochwertiger
Kompost z. B. für die Landwirtschaft und Privatkunden entstehen. Wichtig ist ja auch, dass durch die Kompostierung unsere Moorgebiete geschützt werden, weil weniger Torf für Blumenerde verwendet wird.
Die bestehende Kompostierungsanlage wurde 2021 um eine moderne Vergärungsanlage erweitert. Hier wird aus Biomüll zunächst Biogas erzeugt, welches dann zur Produktion von Strom genutzt wird. Während wir uns den Fermenter ansahen, erklärte uns Frau Matthäus, dass hier die Haupttätigkeit der Biogasanlage erfolgt – der Abbau der organischen Substanz durch Bakterien und die Bildung des Biogases. Gut 1000 Haushalte werden so mit dem Strom versorgt.
Mit großer Spannung hörten wir alle zu, als sie uns über den vielseitigen Einsatz der Bakterien bei der Kompostierung, der Vergärung und der Filterung der Abluft erzählte. Gerne hätten wir den Bakterien bei ihrer Arbeit zugesehen. Am Ende der Besichtigung füllte jedes Kind noch ein Glas mit Kompost. Ein herzliches Dankeschön und Applaus für die kindgerechte Führung an Frau Matthäus.
Im Umweltzentrum Friesheim angekommen, zeigte uns Gisela Wartenberg im heimischen NABUnten Garten, wie Kompost umgesetzt wird, um die Zersetzung zu beschleunigen. Bei der anschließenden kleinen Kräuterführung zeigten die Plastikpiraten schon erstaunliches Wissen. Dann endlich der Ruf von Jean-Michel: „Die Pizzen sind fertig“. Am Nachmittag bastelten die Plastikpiraten unter Anleitung von Renate
Finke und Kerstin Engelhardt noch Kresseköpfe und zusätzlich wurden Ringelblumen in Eierkartons ausgesät. Hier kann neues Leben passend zu Ostern erwachen. Beeindruckend war die tolle Gemeinschaft der Kinder, aber auch, wieviel sie schon wissen und wie sehr sie sich für Umweltthemen interessieren. Am Ende der Veranstaltung kam mehrfach die Aussage, „ich habe hier neue Freunde kennengelernt“. Auch Jean Michel strahlte, da seine Kochkünste – er ist hauptberuflich tatsächlich Koch – besonders erwähnt wurden.
(2026)