Vielfalt auf den Feldern rund um Pulheim

Vom Bahnhof Pulheim aus startete unsere jüngste NABU-Exkursion am 31.05.26 in Richtung Mansteden und Geyen. Im Fokus standen verschiedene landwirtschaftliche Flächen, auf denen lokale Landwirte in enger Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Bonn / Rhein-Erft wichtige Artenschutzmaßnahmen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes umsetzen. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz von Insekten und Vögeln sowie der Wiederansiedlung des bedrohten Feldhamsters.

 

Bunte Vielfalt und wichtige Schutzmaßnahmen

 

Ein echter Blickfang waren die farbenprächtigen Vertragsnaturschutzflächen und Blühstreifen, auf denen unter anderem Klatschmohn und Kornblumen um die Wette blühten. Sie bieten optimale Lebensbedingungen für zahlreiche Feldvögel und Insekten. Vor Ort wurde den Teilnehmenden die große Bedeutung dieser gezielten Naturschutzmaßnahmen nähergebracht. Auch eine Kernauswilderungsfläche des Feldhamsters wurde in Augenschein genommen – die scheuen Nager selbst bekamen wir an diesem Tag leider nicht zu Gesicht.

Der weitere Weg führte die Gruppe von Mansteden aus am Naturschutzgebiet (NSG) Ommelstal vorbei bis nach Stommeln und schließlich wieder zurück nach Pulheim.

 

Trotz schwüler Witterung: Rund 30 Arten entdeckt

 

Nach den nächtlichen Gewittern und aufgrund der schwülen Witterung zeigten sich die Feldvögel zwar zunächst wenig kooperativ, dennoch durften wir uns am Ende über rund 30 gesichtete Arten und tolle Beobachtungen freuen.

  • Typische Feldvögel: Zahlreiche Feldlerchen, Bluthänflinge und Wiesenschafstelzen begleiteten unseren Weg.

  • Greifvögel & Jäger: Turmfalken, Mäusebussarde und Rauchschwalben konnten bei der Jagd beobachtet werden.

  • Heimliche Bewohner: Eine Schwarzkehlchenfamilie, ein Sumpfrohrsänger und eine Wachtel machten sporadisch auf sich aufmerksam.

  • Highlights zum Abschluss: Mehrere Feldhasen, eine jagende Rohrweihe und ein majestätischer Rotmilan rundeten das Naturerlebnis ab.

Schade: Nur das Rebhuhn – immerhin der „Vogel des Jahres 2026“ – zeigte sich leider nicht.

Licht und Schatten in der Agrarlandschaft

Neben den vielen positiven Effekten der gezeigten Artenschutzmaßnahmen kam während der Exkursion auch ein ernstes Thema zur Sprache: Die Bestände der Feldvögel gehen infolge der intensiven Landwirtschaft massiv zurück. Im Kreis stehen Arten wie der Kiebitz und der Feldsperling mittlerweile kurz vor dem Aussterben – ein deutliches Signal, wie dringend der Vertragsnaturschutz gebraucht wird.

 

Herzlichen Dank!

 

Der NABU bedankt sich ganz herzlich bei allen Teilnehmenden für das rege Interesse und die vielen spannenden Fragen. Ein besonderer Dank gilt der Biologischen Station Bonn / Rhein-Erft für die fachkundige Unterstützung!

Text/Bild: André Rusmann, NABU Rhein-Erft