OG Pulheim

Karen Schmithüsen

[email protected]


Pulheimer Nistkästen sind bereit für die Bruten!

Kurz vor Beginn der neuen Brutsaison sind die Vogelnistkästen auf den städtischen Friedhöfen in Pulheim und Sinnersdorf wieder sauber.

2025 hatte die Ortsgruppe Pulheim 25 Nistkästen auf verschiedenen Pulheimer Friedhöfen aufgehangen, die von der Stadt Pulheim gestellt wurden. In der letzten Woche wurden 14 Nistkästen erstmalig von uns kontrolliert und gereinigt. Zuerst haben wir die Kästen begutachtet und vorsichtig geöffnet. Wir haben viel altes Material aus den Nistkästen entfernt und diese ordentlich ausgebürstet. Erfreulich war, dass fast alle Kästen bereits in der ersten Brutsaison benutzt wurden. In der kommenden Woche werden wir die restlichen Nistkästen kontrollieren und reinigen. Das ist gerade rechtzeitig, denn bei der aktuell milden Witterung sind die Kohl- und Blaumeisen schon sehr aktiv und interessiert an den Kästen. Jetzt sind die Nistkästen wieder ordentlich und stehen bereit für eine hoffentlich erfolgreiche neue Brutsaison.

Bilder André Rusmann, NABU Rhein-Erft


Diskussion zum Badestrand am Pulheimer See

See

Am Pulheimer See soll ein Badeplatz entstehen. Am kommenden Mittwoch, 28.01.2026, berät der Umweltausschuss über die Lage des geplanten Badestelle. 

 

Hier die Beschlussvorlage 8/2026 im Ratsinformationssystem 

 

André Rusmann vom NABU Rhein-Erft Ortsgruppe Pulheim formuliert die Meinung der lokalen Naturschützer dazu: 

 

  • Es geht nicht darum einen Badestrand am Pulheimer See zu verhindern, sondern die Planungen hinsichtlich des Naturschutzes zu verbessern bzw. auf die Probleme hinzuweisen, die durch die aktuellen Planungen bestehen.
  • Bei der Herrichtung der Böschungen und des Badestrandes müssen weite Teile der sich schützenswert entwickelten Landschaft ungestört erhalten bleiben, einschl. der dort lebenden Flora und Fauna (mit streng geschützten Arten die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen).
  • Folgenutzung des Pulheimer See als Badegewässer steht diesem nicht entgegen, wenn der Badestrand sinnvoll gewählt und ein umfassendes Besucherlenkungskonzept erstellt wird.
  • Für die Belange des Natur- und Artenschutzes ist ein Badeplatz am Nordwestufer deutlich besser geeignet als ein Badeplatz am Nordostufer auf der Halbinsel.
  • Nördlich des ehemaligen Kieswerks befindet sich das Naturschutzgebiet „Große Laache“ als wertvoller Bereich zum Schutz der Natur (BSN). Die Große Laache ist heute eines der wenigen größeren
  • Feuchtgebiete des Rhein-Erft-Kreises, hat eine hohe Bedeutung für den Naturschutz und bildet zusammen mit dem Orrer Wald ein Zentralbiotop für den landesweiten Biotopverbund im Naturraum der Köln-Bonner Rheinebene. Ein Badestrand am Nordostufer wird den bereits existierenden hohen Besucherdruck auf das Naturschutzgebiet deutlich verstärken zulasten des Schutzes der Natur in diesem Bereich.
  • Ein weiterer Baustein zum Schutz der Natur- und Artenschutzbereiche auf dem ehemaligen Kieswerk sowie dem angrenzenden NSG Große Laache ist die Einrichtung eines Schutzgebietsmanagement, das im Zusammenspiel mit dem Besucherlenkungskonzept eine Ausgewogenheit zwischen Freizeitnutzung, Naturerlebnis und Naturschutz herstellt. 

 

Argumente gegen einen Badeplatz am Nordostufer

 

  • Der Badeplatz am Nordostufer läge in direkter Nähe zum NSG Große Laache und zum Naturschutzbereich auf der Nordosthalbinsel. Bei beiden Flächen kann nach Einschätzung des NABU’s ein zum Schutz der Gebiete erforderliches Betretungsverbot bei einem Badeplatz am Nordostufer durch den Zweckverband Stöckheimer Höfe und/oder die Stadt Pulheim nicht sichergestellt werden.
  • Im Gegenteil droht durch die hohe Zahl Freizeitnutzende ein zusätzlicher massiver Druck auf die Naturschutzbereiche.
  • Bestehende Uferschwalbenkolonie: Die in der Planfeststellung 2024 vorgesehenen Schutzmaßnahmen für die Uferschwalbe sind wenig geeignet, aufgrund geringem Abstand zum Badestrand sowie Störanfälligkeit. Bei Umsetzung des Badeplatzes am Nordostufer / Halbinsel muss ein Ausgleich für die Uferschwalben mittels CEF an anderer Stelle am Pulheimer See oder im Umfeld durchgeführt werden.
  • Flachwasserzone an der Halbinsel / Nordostufer; dient als geeignetes Flussregenpfeiferhabitat (Brutversuche beobachtet), sonst w.o.
  • Wasservögel und Amphibien nutzen insbesondere die Bereiche vor und auf der Halbinsel am Nordostufer wogegen das Nordwestufer kaum von Wasservögeln aufgesucht wird. 
  • Um diesen Bereich für Wasservögel, Amphibien und andere den Lebensraum zu besiedelnden Arten attraktiv zu machen wären dann auch an dieser Stelle nicht unerhebliche Erdbewegungen erforderlich.
  • Am Nordostufer hat sich bereits seit längerer Zeit ein beruhigter Bereich entwickelt, auf dem sich durch natürliche Sukzession ein ökologisch hochwertiger Lebensraum entwickelt hat. DIeser Lebensraum muss geschützt und durch ein Schutzgebietsmanagement gepflegt sowie weiterentwickelt werden.
  •  Im Gegensatz dazu liegt der nordwestliche Bereich nahe am Parkplatz und wird bereits heute trotz versuchter Sperrung stark als Badeplatz und Hundefreilauffläche genutzt. Daher wäre dieser Bereich unter Naturschutzaspekten bevorzugt als Badeplatz geeignet.

Der Stadt Pulheim liegt folgende aktuelle Stellungnahme vom NABU Rhein-Erft OG Pulheim vor:

 

Download
Stellungnahme des NABU Rhein Erft OG Pulheim vom 21.08.2025
Einrichtung eines Badeplatzes am Pulheimer See im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes
Anlage_1_Statement_NABU_Rhein-Erft_Ortsg
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Ausbau des Naturgartens, enger Austausch mit der Stadt und neue Ziele für 2026

Käferkeller
Käferkeller

Die NABU Rhein-Erft Ortsgruppe Pulheim blickt auf ein ereignisreiches und produktives zweites Jahr zurück. Zu den Aktivitäten zählen Müllsammelaktionen, ein Infostand auf dem Pulheimer Stadtfest, sowie die Pflege des Baumlehrpfads in Stommeln. Mit der Unterstützung des NABU-Bundesverbandes konnten durch den Insektenschutzfonds wichtige Anschaffungen für das langfristige Herzstück der Gruppe, den entstehenden Naturgarten, getätigt werden. 

„Das Geld hat uns sehr geholfen, einige wichtige Ideen im Naturgarten umzusetzen“, sagt Karen Schmithüsen (Gründerin der Ortsgruppe).

 

Fortschritte trotz Rückschlägen im Naturgarten

 

Im Naturgarten, am Rande der Stadt, konnten in den vergangenen Monaten zahlreiche neue Elemente geschaffen werden. Auch wenn es durch Vandalismus Rückschläge gab – der Käferkeller wurde zerstört, jedoch unmittelbar wieder aufgebaut – ist die Entwicklung deutlich sichtbar:

• Ein Wildblumenhügel wurde mithilfe eines gemieteten Baggers aufgetragen.

• Das Sumpfbeet wurde fertiggestellt.

• Eine Laubmiete als DIY-Naturschutzidee wurde errichtet.

• Eine zweite Benjeshecke steht nun mit Hilfe des Bauhofs Pulheim ebenfalls.

• Für ein Gerätehaus wurde ein geeigneter Standort gefunden; das soll im Frühjahr aufgebaut werden.

• Zudem befindet sich die Gruppe im Austausch mit der Stadt, um eine passende Beschilderung für den Naturgarten zu entwickeln.

„Unser Ziel ist es, eine naturnahe Oase zu schaffen, die nicht nur Pflanzen und Tieren zugutekommt, sondern auch für Menschen ein Ort der Begegnung und des Lernens wird“, so Karen Schmithüsen.

 

Enger Austausch mit der Stadt

 

Einige interessierte Mitglieder der Ortsgruppe stehen mittlerweile in regelmäßigem Austausch mit den politischen Vertretern und Vertreterinnen der Stadt Pulheim und nehmen aktiv an städtischen Treffen wie dem Aktionsnetzwerk teil. Dieser Dialog stärkt die Zusammenarbeit und ermöglicht Naturschutzthemen dauerhaft in der kommunalen Planung zu verankern. Darüber hinaus wurden im Laufe des Jahres mehrere Stellungnahmen an die Stadtverwaltung verfasst, die Themen aufgreifen, die viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigen – etwa zu Natur- und Umweltschutzfragen im Stadtgebiet. 

 

Ausblick 2026

 

Mit Blick auf 2026 hat die Gruppe klare Visionen: Im kommenden Jahr soll der Naturgarten weiter ausgebaut werden – unter anderem mit einer durchdachten Wegeführung sowie mit neuen Elementen wie einem Sandarium, einer Trockenmauer, zusätzlicher Bepflanzung, Hinweisschildern und weiteren Nistkästen. Und natürlich sind weitere Projekte im Bereich Natur- und Umweltschutz außerhalb des Gartens geplant. 

 

Machen Sie mit!

 

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich einzubringen. Die monatlichen Treffen finden am ersten Dienstag im Monat um 19:00 Uhr in Pulheim statt.

Kontakt: [email protected]

(2026)

Bilder NABU Rhein-Erft, OG Pulheim

 


NATURGARTEN – Pulheim – 2024

Naturgarten
Naturgarten

Unsere Vision eines naturfreundlichen Gartens in Pulheim nimmt Gestalt an. Wir, die NABU Rhein-Erft e. V. Ortsgruppe Pulheim hat sich im Januar 2024 gegründet und startet nun mit einer spannenden Initiative in den Herbst. Die Teilnehmer haben sich die vergangenen zehn Monate Gedanken darüber gemacht, was sie als neue Ortsgruppe machen wollen, um in Pulheim etwas in Sachen Naturschutz zu bewegen. Nach rund fünf Monaten kamen die Mitglieder zu dem gemeinsamen Entschluss einen naturnahen Garten gestalten zu wollen, der nicht nur ein Rückzugsort für die Natur, sondern auch ein Treffpunkt für sie als Ortsgruppe sowie die Bürgerinnen und Bürger werden soll. Im Rahmen dieses Projekts könnten wir uns gemeinsam mit der Stadt Pulheim für die Förderung der Biodiversität, die Schaffung von Lebensräumen für bedrohte Tierarten und die Sensibilisierung der Bevölkerung für ökologische Themen einsetzen.

Arbeiten an der Benjeshecke
Arbeiten an der Benjeshecke

Gesagt, getan

Die Stadt Pulheim wurde daraufhin im Mai mit ins Boot geholt und nach einem kurzen Austausch hat Herr Egert vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Klimaschutz der Stadt Pulheim dem NABU Rhein-Erft ein Grundstück und Unterstützung seitens der Stadt und dem Bauhof angeboten. 

„Auf diesen 400 Quadratmetern können wir uns nun richtig austoben und annähernd jedes Mitglied von uns kommt auf seine Kosten“, sagt Karen Schmithüsen, Leiterin der Ortsgruppe Pulheim. Bedeutet, dass zu Beginn des Jahres abgefragt wurde, was sich die einzelnen Teilnehmer wünschen und was sie können. „Zum Beispiel kamen damals Themen, wie Wildblumenwiese, Nistkästen, Igelschutz, Vorträge in der Natur und etwas im Nordpark umzusetzen, auf die Liste.“ All diese Ideen können die Mitglieder nun vor Ort auf dem neuen Grundstück neben dem Friedhof am Nordpark umsetzen.

 

 

Totholz
Totholz

Im Oktober dann der erste Spatenstich

Anfang Oktober wurden nun bei perfektem Spätsommerwetter erste Schritte in die Tat umgesetzt. „Mit der Anlage einer Benjeshecke und eines „Stumperys“ haben wir angefangen wichtige Lebensräume zu schaffen, die eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und anderen Tieren anziehen werden“, hofft Karen Schmithüsen. Die Benjeshecke, ein durch Äste und Zweige strukturierter Zaun, bietet Schutz und Nistplätze für verschiedene Vogelarten, während das Stumpenarrangement als Totholzbiotop zahlreiche Insekten und Pilze anzieht und somit zur natürlichen Zersetzung beiträgt. Wild- sowie Frühblüherwiese, Nassstelle, Steinhaufen und  Sandarium sollen folgen.

„Unser Ziel ist es, einen lebendigen Garten zu schaffen, der die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna fördert. Wir laden alle Naturfreunde aus Pulheim ein, sich bei Interesse, bei uns zu melden und sich aktiv an diesem Projekt zu beteiligen – sei es durch Gartenarbeit, Workshops oder gemeinsame Veranstaltungen.“ 

 

Darüber hinaus planen wir in den nächsten Monaten Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene, um das Bewusstsein für den Naturschutz zu schärfen und die Wichtigkeit von naturnahen Lebensräumen zu vermitteln.

Arbeiten im Naturgarten
Arbeiten im Naturgarten

Erholung für Mensch und Natur

Wir glauben, dass der naturnahe Garten nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Symbol für ein gemeinschaftliches Miteinander und ein respektvolles Verhältnis zur Natur sein kann. 

Lassen Sie uns zusammenarbeiten, um Pulheim grüner, lebenswerter und vielfältiger zu gestalten. Weitere Informationen bekommen Sie bei einem unserer nächsten Treffen (jeden 1. Dienstag im Monat, 19:00), Treffpunkt wird per Mail mitgeteilt: [email protected]

Gemeinsam können wir einen positiven Wandel in Pulheim bewirken!

 

Verleihung Klimaschutzpreis
Verleihung Klimaschutzpreis

Klimaschutzpreis  

Die Ortsgruppe Pulheim gewann den 2. Platz des Westenergie Klimaschutzpreises, der am 2. Dezember 2024 durch Bürgermeister Frank Keppeler und Vertreter der Westenergie überreicht wurde. 

 

von Karen Schmithüsen (2025)