Ein arbeitsreiches Jahr der Landschaftspflegestation 2016

2016, von Désirée Dreyer

"Tiergruppen waren vollständig und befanden sich auf den für sie vorgesehenen Flächen, die Zäune wurden abgelaufen und standen gut, beide Solarzaungeräte standen auf Nachtsparschaltung. Keines der Tiere hatte sich in den Brombeeren verfangen.

 

Bei den Versorgungstellen wurde je ein Kanister Wasser nachgefüllt, 2 weitere Kanister Wasser stehen als Vorrat bereit. 5 volle Kanister stehen auf der Pritsche". So liest sich eine typische Rundmail unseres neuen ehrenamtlichen Mitarbeiters Eugen Frank, wenn er einmal in der Woche seinen Tierdienst bei den Schafen und Ziegen in der Landschaftspflegestation absolviert hat und allen anderen Tierdienstler mitteilt, was für den jeweils nächsten Tag zu beachten ist.

 

Das tägliche Schauen nach den Tieren ist sehr wichtig und so sind wir sehr froh gewesen, dass auch Wilfried Riffarth im Februar wieder mithelfen konnte. Nach wie vor ist der Tierdienst zu schwach besetzt. Mit Hartmut Volkammer, Ute Hasenbein, Armin Duchatsch und Birgit Schleicher in den Sommermonaten müssen öfters auch Hartmut Kaftan und Bernd Arnold als zusätzliche Helfer einspringen. Krankheits- und Urlaubszeiten können in der Regel nur mit viel Mehraufwand überbrückt werden.

 

Nun haben wir aber dieses Jahr nicht nur Eugen Frank für den Tierdienst, sondern auch drei weitere Ehrenamtliche für die Samstagseinsätze - Gisela Wachholz, Britta Schorn und Dagmar Reuther - gewinnen können. Trotzdem - wir könnten noch jede Menge weitere Helfer gebrauchen, um zumindest die wichtigsten Aufgaben erledigt zu bekommen.

 

Es standen so viele Aufgaben an, dass die Zeit während der Arbeitseinsätze an Samstagen oftmals zu kurz war für einen Informationsaustausch. Es reichte nicht mehr, immer nur für die nächste Woche zu planen.

 

So führten wir außerhalb unserer Samstagseinsätze Arbeitsgruppentreffen ein. Bei diesen Treffen wurden die Maßnahmen geplant, die über das Jahr neben den Routinearbeiten zu erledigen sind. Dies betraf die Mahd und Heuernte, Zaunreparaturen auf den Obstwiesen in Ahrem und am Wellmühlenweg, Ersatz der Zäune im Umweltzentrum, das Anbringen von Verbissschutz bei den restlichen Bäumen an der Klosterstraße sowie der Wiese in Ahrem und natürlich die Obsternte. Manchmal hieß es, ganz schnell eine größere Zahl von Helfern zusammenzurufen, um in einem engen Zeitfenster Biotoppflegearbeiten durchzuführen, wie z.B. bei den orchideenreichen Nasswiesen im ehemaligem Munitionsdepot. Nach Blüte und Vogelbrut muss die Zeit abgepasst werden, in der es trocken genug für die Mahd ist, die von Hand erfolgt. Das klappt nicht in jedem Jahr. Die rasche Abfuhr des Mähguts, bevor es wieder zu nass wird, gelingt uns seit 2015 dank eines von der Kreissparkasse Köln gesponserten Ladewagens. Auch das Entfernen des Birkenaufwuchses, um die Offenlandbereiche mit den außerordentlich wertvollen Sandtrockenrasen, Zwergstrauchheiden, Seggenrieden und Feuchtwiesen zu erhalten, ist eine Daueraufgabe.

 

Weitere Maßnahmen im Naturschutzgebiet „ehemaliges Munitionsdepot im Friesheimer Busch“ waren die Anlage von fünf neuen Wassertümpeln, um das Überleben des Springfrosches zu ermöglichen, der sechs Jahre keine erfolgreiche Reproduktion mehr hatte. Bisher hatten die Tierdienstler jeden Tag Wasser in einigen mit Kaulquappen besetzten Pfützen nachgefüllt.

 

Zur Sicherung der Befahrbarkeit der Wege mussten die Löcher in den Hauptwegen verfüllt werden. Dies wurde durch die gemeinnützige GmbH ASH Sprungbrett ausgeführt.

Um unsere Maschinen und Geräte vor der Witterung zu schützen, beschafften wir zwei große Unterstellzelte. Eines wurde von Horst Hennchen mit vielen Helfern im Munitionsdepot hinter dem Gebäude, in dem wir unser Heu lagern, aufgestellt, das zweite steht im Umweltzentrum neben der Heuhütte, dem Anlaufpunkt der Mitarbeiter der LPS.

 

Und jetzt noch einige Worte zu unseren Schafen und Ziegen - wie auf Bestellung bekam die Schafherde in der Osterwoche die ersten Lämmer. Im April waren die Geburten der Schafe und Ziegen wieder oberste Priorität. Während die Schafgeburten in der Regel unproblematisch ablaufen, werden die trächtigen Ziegen während der Geburt in den Ställen gehalten. Bernd Arnold gab an einem Samstag einen Lehrgang zum Abmelken für alle Tierdienstler. Gott sei Dank sind die Geburten letztendlich gut verlaufen. Insgesamt hatten wir Geburten von 18 Schaflämmern und 12 Ziegenlämmern.

 

Schafschurtermine waren dieses Jahr im Mai für alle nicht gedeckten Schafe und Kastraten und ein zweiter Termin in der ersten Junihälfte für die Mutterschafe.

Da wir unseren Bestand an Tieren vor jedem Winter reduzieren, haben wir Ende September einige Ziegen und Schafe schlachten lassen und Fleisch und Würste an NABU-Mitglieder und Freunde verkauft. Anfang Oktober bekamen wir vier Heidschnuckenlämmer von Prof. Rehkämper. Somit haben wir dieses Jahr mit unserer eigenen Nachzucht an Heidschnucken die Mutterschaf-Sollstärke erreicht und die Umstellung von Skudden auf Heidschnucken abgeschlossen. Im Oktober erwarben wir einen jungen Ziegenbock aus der Zucht von Bruno Becker. Im Oktober lassen wir immer die erforderliche Anzahl Muttertiere decken, so dass Ende März und im April der Nachwuchs kommt. Unser Bestand am Jahresende sind 46 Schafe und 23 Ziegen.

 

Das Jahr der LPS ist arbeitsintensiv, aber immer abwechslungsreich und spannend. Somit gilt zum Schluss der Dank wieder allen freiwilligen Helfern, die regelmäßig oder unregelmäßig viele Stunden Freizeit investiert haben. Unentbehrlich ist zudem Hartmut Kaftans fortwährende Unterstützung im Hintergrund und Wolfgang Dingartens Schreiben von Anträgen.

 

Insgesamt ein tolles Team, das 2016 wieder viel geleistet hat. Wenn Sie auch Lust haben zu unterstützen, kommen Sie gerne an Samstagen zur "Heuhütte" im Umweltzentrum Friesheimer Busch. Wir beginnen immer um 9:00 Uhr.

 

Jede finanzielle Unterstützung hilft uns auch.