Stefanie Taube

Stefanie Taube
Stefanie Taube


von Gisela Wartenberg

Fast jedes Mal, wenn ich bei unseren Aktiven nachfrage, ob ich sie in unserer Reihe „Leute im NABU“ vorstellen darf, bekomme ich zur Antwort: “Warum gerade ich? Ich mache doch nur meine Arbeit. “Und genau das ist es. Davon lebt der NABU, von Leuten, die über ein bestimmtes, persönliches Thema zur NABU-Familie gestoßen sind.
In dieser Reihe wollen wir zeigen, wie vielfältig das Engagement für den NABU sein kann, und dass es manchmal ganz simple Anlässe sind, die Menschen an den NABU heranführen.


Eine dieser Personen ist Stefanie Taube aus Kerpen. 1969 in Goch-Asperden am Niederrhein geboren und auf einem landwirtschaftlichen Hof mit vielen Tieren groß geworden, zog sie nach dem Abitur in den Rhein-Erft-Kreis. Sie arbeitet als selbständige Steuerfachfrau.

Auf dem elterlichen Hof in Blatzheim hörte sie immer wieder Eulenrufe, wusste aber nicht genau, um welchen Vogel es sich handelte. Sie nahm Kontakt auf zum Sachausschuss Ökologie in Kerpen-Buir, den NABU-Mitglied Pastor Neuhöfer leitet. Dort kannte man bereits den Standort des Steinkauzes, denn um den handelte es sich bei dem geheimnisvollen Rufer. Sie wurde sofort eingebunden, und bald übernahm sie die Betreuung einiger Reviere samt Steinkauzröhren.

Die Neugier auf mehr war geweckt und nachdem sie 2005 die monatlichen Treffen der NABU Ortsgruppe Kerpen regelmäßig besucht hatte, wurde sie 2006 Mitglied im NABU Rhein-Erft e.V.

Inzwischen hat sich das Steinkauz-Projekt, das auch Bereiche des Kreises Düren umfasst, gut entwickelt. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Brutpaare. Sobald Stefanie wieder ein geeignetes Revier ausgemacht hat, werden Niströhren aufgehängt und die Baumbesitzer können sich manchmal schon im nächsten Jahr stolze Steinkauz-Eltern nennen. Ab einem Alter von 10-13 Tagen werden die Jungkäuze beringt. Dabei wird die Anzahl der Jungen und ihr Gesundheitszustand erfasst.

Die schönste Belohnung ist für die Betreuer, wenn alle Jungvögel ausfliegen. Das ist nicht immer sicher. Extrem-wetterlagen und Nahrungsmangel haben schon manche Brut dezimiert oder gar vernichtet. All dies wird doku-

mentiert, so dass die Betreuer inzwischen ein gutes Bild der Bestandsentwicklung haben.

Auch die Schleiereulen liegen Stefanie am Herzen. 2016 wurden die ersten Eulen beringt, vier davon in der Kirche St. Kunibert in Blatzheim.

Stefanie Taube ist jemand, der nicht viel Aufhebens von ihrer Arbeit macht – sie tut einfach, was notwendig ist, und das sehr zuverlässig. Die praktische Arbeit in der Natur ist für sie ein schöner Ausgleich zu ihrer beruflichen Tätigkeit. Dazu gehört unter anderem: Mit der NABU-Ortsgruppe die Nistkästen auf den Kerpener Friedhöfen kontrollieren, die Eulentürme in Brüggen und Bergerhausen betreuen, Begehungen von Biotopen und die Mithilfe beim Obstbaumschnitt.

Gerne unterstützt sie auch den NABU im Friesheimer Busch. Ob bei Entbuschungsaktionen, beim NABU-Infostand, bei der Obsternte, beim Nistkastenbau, der Organisation einer Cafeteria – man kann sich auf sie verlassen.

Und bei der Waldweihnacht im Umweltzentrum Friesheimer Busch hilft sie jedes Jahr am Reibekuchenstand.

Seit 2012 ist Stefanie Taube im Beirat des NABU Rhein-Erft und gehört somit dem erweiterten Vorstand an.

Mit ihrem erworbenen Fachwissen über Eulen und Steinkäuze im Besonderen ist sie eine Stütze für unser NABU-Team.

Zuerst war da nur eine gewisse Neugier!