Leute im NABU - Gisela Wartenberg

In diesem Heft wollen wir ein ganz aktives Mitglied des NABU Rhein-Erft vorstellen, Gisela Wartenberg. Vielen ist sie bekannt als ehemalige Vorsitzende des Kreisverbandes, durch ihre Aktivitäten im Naturschutz, der Landschaftspflege, der Umweltbildung, insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit, beim Obstwiesenfest und Ausschüssen von Stadt Erftstadt und dem Kreis.

Geboren wurde sie am 8.11.1943 in Bernsdorf, Kreis Bütow in Hinterpommern als Tochter eines Landwirts. Die Familie flüchtete am Ende des zweiten Weltkrieges zunächst nach Niedersachsen, dann nach Schleswig-Holstein. Dort wurde sie 1950 eingeschult. Ende 1955 zog die Familie nach Coesfeld um, bis die Familie im Mai 1957 schließlich im Bergischen Land eine Heimat fand. In Bergisch Gladbach legte sie 1964 das Abitur ab. Von 1964 bis 1966 studierte sie in Bonn an der Pädagogischen Hochschule für das Lehramt an Volksschulen.


In dieser Zeit lernte sie ihren Mann kennen, der in Göttingen studierte und ließ sich daraufhin in die Schule in Salzkotten, Kreis Büren versetzen. An den Wochenenden machten beide schöne Ausflüge in die Natur.

1969 heirateten beide. Die Wochenendehe nahm ein Ende, als Bernd Wartenberg eine Stelle in Köln antrat. Ende 1978 zog die junge Familie nach Friesheim mit dem kleinen Sohn, der etwas später eine Schwester bekam.

 

Als Lehrerin in Paffrath hatte sie Kontakt zum dortigen Kreisverband des DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz). Kaum in Erftstadt eingezogen, sieht sie, wie Feldgehölze beseitigt werden. Sie nimmt deshalb Kontakt zu Manfred Stock auf, dem Vorsitzenden des NABU-Kreisverbandes, um den Totalverlust der Gehölze zu verhindern. und bringt sich ein. Als die amtierende Ortsgruppensprecherin 1983 aufhört, wird ihr das Amt angetragen. Durch ihre überzeugende Art hat sie erste konkrete Projekte auf den Weg gebracht und zahlreiche Mitstreiter für die Naturschutzarbeit gewonnen. Die Ortsgruppe Erftstadt hat sich unter ihrer Führung zu einer der aktivsten im Kreis entwickelt.

Sie war von Anfang an aktiv, ob es um praktische Arbeiten wie der Stecklings-pflanzung am Köttinger Mühlengraben, Aufräumaktionen am Mühlenbach oder um naturschutzfachliche Arbeiten, die Rekultivierung der ehemaligen Kiesgrube am Hexenberg, Begleitung von Planungen, wie beim Golfplatz Gymnich (ab 1987) ging oder die Unterschutzstellung der wertvollen Gebiete im ehemaligen Munitionsdepot Friesheimer Busch.

Als 1991 die belgischen Streitkräfte öffentlich machten, das Munitionsdepot im Friesheimer Busch aufzugeben, sah sie das als Chance und kämpfte mit der Ortsgruppe Erftstadt um die Nutzungs-änderung als Umweltzentrum und um die Unterschutzstellung der schützenswerten Gebiete. Ab Oktober 1994, nach dem Abzug der Belgier, wurde mit der Kartierung begonnen; Mitte 1996 wurde das Gebiet „Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch“ Naturschutzgebiet. Das war ein großer Erfolg.

Gisela Wartenberg regte die Gründung der ersten NAJU-Gruppe in Erftstadt an, die  2015 das 25-jährige Bestehen feiert und führte und führt immer noch zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche durch, wie u.a. Exkursionen zu den Tagen der Artenvielfalt und die beliebten Ernte- und Wiesenwerkstätten für Schulkinder in den Ferien, sowie Exkursionen und Workshops für Schulklassen.

 

In die Anlage (2004) und ab 2006 die Pflege des NABUnten Gartens im Umweltzentrum hat sie viel Arbeit gesteckt. Auch wenn die Wildkaninchen ständig versuchen von den angebauten Leckerbissen zu „naschen“, ist die erfolgreiche Entwicklung des Gartens nicht zu übersehen.

Ab 1993 war sie stellvertretende Vor-sitzende des NABU Kreisverbandes Rhein-Erft und von 2001 bis 2013 seine Vorsitzende. Gleichzeitig übernahm sie die Geschäftsführung des Vereins, die sie mit einer kurzen Unterbrechung bis 2014 ausübte, weil sich kein Geschäftsführer fand. Zudem ist sie in Ausschüssen tätig, wie im Landschaftsbeirat, im Umwelt- und Planungsausschuss der Stadt Erftstadt und in Arbeitskreisen sowie im Hauptausschuss des NABU-Landesverbandes. Zum Bundesverband hielt sie engen Kontakt und war regelmäßig Delegierte des Landesverbandes NRW bei den Bundesvertreterversammlungen.

 

Gisela Wartenberg wurde 2011 von Olaf Tschimpke, Präsident des NABU, mit der goldenen Ehrennadel des NABU ausgezeichnet.

 

Obwohl sie 2006 in Altersteilzeit und ab 2008 in Pension gegangen ist, kann von Ruhestand keine Rede sein. Sie kümmert sich nach wie vor um die Jugendgruppe, Ferienwerkstätten, Schulklassen, ist im geschäftsführenden Vorstand, Ausschüssen und … und ... und sie will nun „etwas kürzer treten“. So ist der Plan, nur wer Gisela Wartenberg kennt, weiß dass das nicht einfach ist, weil sie sich nicht einfach aus der Verantwortung stiehlt und sie möchte, dass alles läuft. Seit einem Jahr hat sie einen Enkel, der ganz sicher nah an die Natur herangeführt wird.