Die Spinne des Jahres 2015

Die Vierfleck-Zartspinne (Anyphaena accentuata (Walckenaer 1802) )

Von John Osmani

 Wie jedes Jahr ein Vogel des Jahres gewählt wird, wird auch eine Spinne des Jahres proklamiert. Da dies immer erst am Ende des Jahres geschieht, möchte ich hier die Spinne des Jahres 2015 kurz vorstellen.

 

Die Spinne des Jahres 2015 ist ein sehr versteckt lebendes Wesen, denn sie lebt in den Höhen der Kronenschichten verschiedener Baumarten. In Mitteleuropa kommen nur 2 Arten aus der Familie der Zartspinnen vor, eine davon, die Vierfleck-Zartspinne wurde zur Spinne des Jahres 2015 gewählt. Sie ist in Europa weit verbreitet, und auch nicht selten. Allerdings ist sie durch ihre nachtaktive Lebensweise und ihren Lebensraum ein relativ selten zu sehendes Objekt. Nur in Ausnahmefällen kann man die Tiere im Winter auch unter Baumrinde und in Gebäuden finden.

 

Auch durch ihre Körpergröße ist die Art nur sehr schwer zu entdecken, da sie mit 5 bis 10 mm bei den Weibchen und ca. 5 mm Körperlänge bei den Männchen relativ klein bleiben.

Charakteristisch für die Art sind vier schwarze dreieckige Flecken auf dem Hinterkörper.

Der Körper selbst ist von blassgelber bis hellbrauner Färbung, wobei der Vorderkörper mit schwarzen gezackten Mustern versehen ist. Normalerweise verbringen die Tiere den Tag in einem Versteck, welches in der Regel aus zusammengespon- nenen Blättern besteht. Außerdem kann man die Tiere aber auch unter der Rinde von Bäumen finden.

Nachts gehen sie auf Beutefang und erbeuten dabei kleinere Insekten. Am ehesten kann man die Tiere im Frühsommer antreffen, da sie zu diesem Zeitpunkt mit der Balz beginnen. Eine Besonderheit des Paarungsverhaltens dieser Art ist, dass die Männchen mit ihren Tastern und dem ersten Beinpaar auf der Behausung des Weibchens herumtrommeln und gleichzeitig mit dem Hinterleib auf der Unterlage vibrieren. Dadurch wird ein brummender Ton erzeugt.

Dies hat der Art im englischen Sprachraum den Namen „Buzzing spider“ eingebracht. Nach der Verpaarung erfolgt die Eiablage im Wohnversteck des Weibchens, bis dann im Frühjahr eine neue Generation von Zartspinnen die Kronenbereiche unserer Naturlandschaft besiedeln.

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Foto Walter Pfliegler