Schillerndes Blaugrün am Fluss

Die Gebänderte Prachtlibelle

Text: https://mecklenburg-vorpommern.nabu.de

Sommerzeit ist Libellenzeit. Vor allem in der Nähe von Gewässern sind die wendigen Mückenjäger zurzeit anzutreffen. Darunter auch die Gebänderte Prachtlibelle. Sie hat ihren Namen nicht von ungefähr: In einem eindrucksvollen Blaugrün schillern die pfeilschnellen Körper der Männchen. Ihre Flügel sind durchscheinend

grün und werden von einer dunklen, breiten, blau glänzenden Flügelbinde unterbrochen. Die Weibchen wirken insgesamt nicht ganz so auffällig, aber auch sie schillern metallisch grün bis bronzefarben. Die Gebänderte Prachtlibelle ist zusammen mit ihrer Schwesternart, der Blauflügel-Prachtlibelle, unsere größte Kleinlibelle.

Sie wird ungefähr fünf Zentimeter lang und erreicht eine Flügelspannweite von etwa sieben Zentimetern.

Man findet sie an langsam fließenden Bächen und Flüssen mit viel Ufervegetation.

Foto: Leonhard Binek
Foto: Leonhard Binek

Drohgebärden im Rückwärtsflug

 

 

Von Ende Mai bis Anfang September zeigen die Männchen der Gebänderten Prachtlibelle ein ausgeprägtes Revierverhalten. Am liebsten verteidigen sie ihr Territorium von einer erhöhten Sitzwarte aus. Sie fliegen in regelmäßigen Abständen umher und überwachen ihre Reviergrenze in einer Art Schwirrflug. Nähert sich ein fremdes Männchen, so kommt es zu regelrechten Schaukämpfen. Beide Prachtlibellen-Männchen fliegen aufeinander zu und umeinander herum. Dabei präsentieren sie ihre blauen Flügelbinden, um den Rivalen zu beeindrucken. Manchmal fliegen sie sogar ein Stück rückwärts. Libellen sind die einzigen Insekten, die so etwas können.

 

Vom Tandem zum Paarungsrad

 

Taucht ein Weibchen im Revier auf, wirbt das Männchen im halbkreisförmigen Schwirrflug um ihre Gunst. Ist sie von seiner Vorstellung beeindruckt, lässt sie es zu, dass er sich kurz auf ihre geschlossenen Flügelspitzen setzt. Danach greift er das Weibchen mit seinen Hinterleibszangen am Kopf und entführt sie im typischen Tandem-Flug zur Paarung. Dazu biegt sich das Weibchen im Flug nach vorn und berührt mit ihrer Geschlechtsöffnung den Samenbehälter des Männchens. So entsteht das für Libellen charakteristische Paarungsrad. Nach etwa 15 Minuten trennen sich die Partner. Das Weibchen fliegt zum Eiablageplatz und sticht seine Eier im Sitzen in schwimmende Pflanzenteile ein. Hierbei kann es vollständig untertauchen.

Foto: Leonhard Binek
Foto: Leonhard Binek

1 Monat Libelle - 2 Jahre Larve

 

Das Leben in der Luft ist für Libellen nur von kurzer Dauer. Ausgereifte Libellen werden lediglich etwas älter als einen Monat. Den Großteil ihres Lebens, ein bis zwei Jahre, verbringen sie als räuberische Larve im Wasser. Die stabförmigen Libellenlarven mit ihren langen Beinen werden etwa drei Zentimeter lang. Sie leben in den Wasserpflanzen der Bäche und Flüsse. Bis zur flugfähigen Libelle durchleben sie mehrere Larvenstadien. Am Ende klettert die Libellenlarve an einem Pflanzenstängel empor und die schillernde Gebänderte Prachtlibelle schlüpft. Zurück bleibt nur die Exuvie, die Hülle der Larve.