Schmetterlinge im Rhein-Erft-Kreis

Der Buchsbaum-Zünsler (Cydalima perspectalis)

von Karl-Heinz Jelinek

Wie immer, wenn ein neuer Schädling sich ausbreitet, ist die Aufregung groß. Die Medien sind voll von Horror-Meldungen und eine gewisse Endzeit-Stimmung breitet sich aus. Wie gefährlich ist der Buchsbaum-Zünsler wirklich?

 

Eigentlich ist dieser Schmetterling, oder sollte man hier wirklich besser Motte sagen, wunderschön. Perlmuttfarbene Flügel mit dem entsprechenden Schiller übergossen, umgeben von einem dunklen Saum, machen diesen Kleinschmetterling für einen Falter der Zünsler-Familie spektakulär. Wären da nicht diese gefräßigen Raupen, die es auf die geliebten Buchsbäume abgesehen haben!

 

Der Buchsbaum-Zünsler stammt aus Ostasien und wurde mit Importen von Buchsbäumen wahrscheinlich über die Gartencenter in Mitteleuropa einge- schleppt.

Erste Nachweise stammen aus dem Jahr 2007, in NRW wurde die Art erstmals im Mai 2008 gefunden. Seither breitet sie sich in einigen Teilen Deutschlands stark aus. Im Rhein-Erft-Kreis sind besonders auf Friedhöfen verbreitet Fraßspuren festzustellen. Aber auch sonst, findet man die Raupen in fast allen Buchsbaum-Kulturen, Falter werden auch immer wieder beobachtet. Es muss davon ausgegangen werden, dass dieser Schädling aus Mitteleuropa nicht mehr zu verbannen ist.

In Shanghai wurden 3 Generationen pro Jahr nachgewiesen, wobei es auch dort zu Schäden an kultivierten Buchsbäumen kommt. Kalte Winter dürften kaum zur Dezimierung dieser Art führen, da es selbst in Shanghai südlich des 32. Breitengrades im Winter noch starke Nachtfröste geben kann. Die Sommer sind dort allerdings sehr heiß und schwül, so dass möglicherweise unter mitteleuropäischen Gegebenheiten nur 2 Generationen zu erwarten sind.

Es stellt sich für die Buchbaumbesitzer selbstverständlich die wichtige Frage, ob und wie eine Bekämpfung dieses Schädlings möglich ist. Hierzu finden sich umfangreiche Ausführungen im Lepiforum unter http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Cydalima_Perspectalis. Daraus geht hervor, dass die Bekämpfung schwierig ist, weil die Raupen relativ gut versteckt zwischen zusammengesponnenen Blättern in den Buchsbaumpflanzen leben. Das Absammeln der Raupen ist nur dann durchführbar, wenn es sich nicht um größere Buchsbaumbestände handelt. Ebenso wie beim Spritzen mit einigen im Handel erhältlichen Mitteln, von denen nicht alle für den Hausgarten zugelassen sind, muss man hier die Buchsbäume regelmäßig behandeln, um den Befall unterhalb der Schadschwelle zu halten. Die Spritzung mit einigen Mitteln sollten zudem nur von Fachleuten durchgeführt werden.

Aus Sicht des Naturschutzes gibt es darüber hinaus aber eine interessante Beobachtung aus dem Raum Kehl in Baden-Württemberg. In einem vielgestaltigen Garten mit strukturreichem Umfeld zeigte sich, dass Haussperlinge die Raupen gerne fressen und die Raupen aus den Buchsbaumbeständen herauspicken. Eigentlich muss man den Spatzen nur ausreichend Wohn- und Lebensraum bieten! Des Weiteren wurde auch beobachtet, dass Wespen zu einem effektiven Feind der Puppen des Buchbaumzünslers werden. Das nicht entfernte Wespennest am Haus kann also bares Geld wert sein!