Immer wieder samstags … Ehrenamtliche arbeiten in der Landschaftspflegestation

2014, von Désirée Dreyer

Wo ist nur wieder die Zeit in diesem Jahr geblieben und was wurde nicht alles wieder geschafft! Ein paar Bilder sollen zeigen, was die  ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen Monaten zu bewältigen hatten. Vielleicht fühlt sich ja dadurch der eine oder andere von Ihnen angesprochen, an Samstagen oder in der Woche beim Tierdienst mitzuhelfen, wir können jede Hand gebrauchen.

 

Erst mal sei Dank an unsere grüne VW-Pritsche gesagt. 10 Jahre hat sie uns treu unterstützt und ist im Januar in den „Ruhestand“ gegangen.  Wir hoffen, dass ihr blauer Nachfolger, den wir uns Dank einer großzügigen Spende der HIT-Umweltstiftung anschaffen konnten, uns auch lange genau so gute Dienste leisten wird.

 

Mit 23 Ziegen und 47 Schafen gingen wir in das neue Jahr. Im Januar war  das „Winterquartier“ vor der Heuhütte für die Ziegen- und Mutterschafherde fertiggestellt - die Heu- und Laubheufütterung begann. Noch weidete ein Teil der Schafherde auf unserer Obstwiese in der Klosterstraße in Lechenich. Danach wechselten auch sie ins Umweltzentrum. Immer wieder musste der Wochenvorrat an Heuballen im Schafstall aufgefüllt werden.

 

Vom Beginn des Jahres bis März versuchten wir, so viel Entbuschungsarbeiten wie möglich auf den Wällen und im Gelände des Naturschutzgebietes vorzunehmen. Flächen wurden gemulcht, mit dem Handkreiselmäher nachgemäht und kräftezehrend Brombeeren mit dem Freischneider entfernt.

 

In der zweiten Februarhälfte stand ein Großeinsatz im Schutzgebiet „Lange Heide“ in Bliesheim an. Der Steilhang unter den Walnussbäumen wurde freigeschnitten, das Schnittgut eingesammelt und abtransportiert. Eine schweißtreibende Arbeit. Am gleichen Tag wurden dort auch die vom Hospiz-Verein, Rohmedräjer-Club und Nachbarn der „Lange Heide“ gespendeten Obstbäume gepflanzt. Ein Grund, zusammen mit dem NABU-Vorstand anzustoßen. 

Im März wurden die ersten Schaflämmer geboren, bis April 36 an der Zahl! Für die trächtigen Ziegen wurden Einzelboxen vorbereitet. Die Zicklein sind in ihrer unterschiedlichen schwarz-weißen Färbung einzigartig schön anzusehen. Arbeit gibt es danach mehr als genug: Zwei Mutterziegen hatten Euterprobleme, sie mussten abgemolken und ihre Zicklein deshalb mit der Flasche aufgezogen werden. Beide Zicklein wurden dadurch sehr zutraulich, sie kommen immer als erste angerannt, sobald sich jemand ihnen nähert. Ansonsten standen Arbeiten wie  füttern, ausmisten und reinigen des Winterquartiers an.

 

Zwischenbilanz zu Ostern: 28 Mutterschafe hatten 41 Lämmer gesetzt; bei 18 Ziegen hatten insgesamt 28 Zicklein das Licht der Welt erblickt.
Und so ging das Jahr weiter: Umsetzen unserer Herden auf ausgewählte Weideflächen, regelmäßiges Auf- und Abbauen der Elektrozäune, Weidezelte umstellen, Wasserbottiche füllen, Lecksteine ergänzen, Tiere durchzählen und von Brombeerranken befreien, Pferche mit Hurden stellen, um den Tieren die Klauen zu schneiden, sie mit Ohrmarken zu versehen, zu impfen und gegen Innen- und Außenparasiten zu behandeln. Langweilig wurde es nie!

 

Im Mai wurden die Schafe durch Schafscherermeister Erich Weckwerth geschoren. Dieses bedeutete, alle Tiere um 6:00 Uhr morgens bereit bei den Ställen zu haben. Im Juli wurden die Schaflämmer zum ersten Mal geschoren.

Am 21. Juni dann die erste Heuernte. Davor musste unsere „Scheune“ für die Aufnahme der Ballen vorbereitet werden. Von der Klosterstraße wurden 4 Fuhren mit 324 Ballen eingefahren – ein neuer Rekord! Von der Ahremer Wiese kamen 109 Ballen. 433 Ballen an einem Spätnachmittag ins Trockene gebracht. Unglaublich! Solche Heumengen hatten wir noch nie. Einen Teil der Heuballen konnten wir verkaufen. Im September war wieder Heuernte an der Kloster 170 Ballen. Leider war es zu feucht und wir mussten alles entsorgen. Sehr schade. Der Heuverkauf wurde gestoppt, um unsere Reserven für den kommenden Winter zu erhalten. Solveig hatte dieses Jahr zusätzlich unglaublich viele Birkenlaubheubündel geerntet - von Juli bis September 65 an der Zahl! Enorm!

 

Im August leistete Jasmina, eine Studentin der Agrarwissenschaften im zweiten Semester, ein freiwilliges Praktikum bei uns ab. Sie war sehr interessiert und nahm viel über die landwirtschaftlichen Aspekte der Arbeit mit. Neben der Durchführung des Tierdienstes sammelte sie fleißig Wildpflanzensaatgut und erweiterte auf diese Weise ihre Artenkenntnisse. Wir haben ihre Unterstützung sehr geschätzt.

 

Im September hatten wir einen Heidschnuckenbock erworben, im Oktober wurden sechs weibliche Heidschnucken gekauft: 4 Lämmer und 2 Muttertiere. 

 

Wir sind sehr dankbar, dass sich Ernst Wolters um unsere Streuobstwiesen in Lechenich, Ahrem und im Umweltzentrum kümmerte. 2014 gab es eine sehr frühe Blüte und damit Reife. Mehrfach musste das Obst von den stark tragenden Bäumen abgeschüttelt werden, damit es nicht zu Astbrüchen kam. 23 Kisten Pflückobst konnten allein von der Obstwiese in Lechenich für das vom Umweltnetzwerk veranstaltete „Regionale Fest“ am 21. September im Umweltzentrum gepflückt werden. Alle Äpfel, die nicht verkauft wurden, gingen zur Mosterei, immerhin konnten fast 600 Flaschen Apfelsaft wieder abgeholt werden. Sie können in der Geschäftsstelle des NABU im Umweltzentrum käuflich erworben werden.

Zu den schönen Erinnerungen gehören immer wieder unsere Gespräche beim „Frühstück“ - unsere Treffen in der Heuhütte nach getaner Arbeit. 

 

Noch eine besondere Ehrung sollte erwähnt werden: Solveig Muth und Markus Rauhut bekamen für ihren jahrelangen Einsatz in der Landschaftspflegestation auf der Jahreshauptversammlung die bronzene Ehrennadel. Herzlichen Glückwunsch den beiden und vielen Dank für ihr uneigennütziges Engagement.

 

Wenn Sie unsere Arbeit anspricht, können Sie gerne an Samstagen ab 9:00 Uhr mitmachen.

 

Kontakt: Dr. Bernhard Arnold

Tel.: 02232-47680

 

E-Mail: barnold@netcologne.de