Wie leben die Eidechsen?

Hallo liebe Kinder, bestimmt habt ihr im Sommer schon mal etwas schnell weghuschen gesehen, wenn ihr an einer sonnenbe-schienenen Mauer oder einem Baumstumpf vorbei gegangen seid. Wenn ihr dann langsam näher-kommt, seht ihr vielleicht noch ein Stückchen Schwanz zwischen den Mauersteinen oder Holzritzen hervorlugen.

 

Habt ihr genug Geduld und bewegt euch nicht, dann kann es passieren, dass plötzlich ein schmaler schuppiger Kopf zum Vorschein kommt und wenn ihr noch länger wartet, wird nach und nach die ganze Eidechse sichtbar, die sich weiter sonnen möchte.

Eidechsen brauchen nämlich die Wärme der Sonne, damit sie beweglich und schnell genug sind, um Insekten zu fangen von denen sie sich überwiegend ernähren. Auf der Speisekarte stehen vor allem kleine Spinnen, Asseln, Käfer, Tausendfüßler, Ameisen und Regenwürmer. Wenn es Abend wird oder der Herbst kommt, suchen die Eidechsen geschützte Plätze auf, wo es etwas wärmer ist, z. B. in Mauerritzen, Steinhaufen, im Totholz oder unter Baumwurzeln, wo sie die Kälte nicht erreichen kann und Fressfeinde sie nicht finden können. Zu den Feinden gehören Krähen, Greifvögel, wie Bussarde und Falken usw. auch Fuchs, Wiesel und Hermelin machen Jagd auf Eidechsen, selbst Hund und Katze verschmähen eine Eidechse nicht. Der größte Feind aber ist der Mensch, weil er den Lebensraum der Eidechsen durch intensive Landwirtschaft und Bebauung vernichtet.

 

Damit nicht alle Eidechsen gefressen werden, haben sie einen Trick entwickelt. Packt z.B. ein Fuchs eine Eidechse am Schwanz, dann kann sie diesen abwerfen. Der Schwanz zuckt und kringelt weiter, so dass der Fuchs abgelenkt ist und den Schwanz frisst, während die Eidechse flüchten kann. Da der Schwanz wieder nachwächst kann sie auch beim nächsten Mal flüchten, allerdings ist der Schwanz dann ein Stückchen kürzer.

Viele Eidechsen sehen auf den ersten Blick gar nicht so verschieden aus, sie haben auf dem Rücken eine Zeichnung mit unterschiedlichen Brauntönen und dunklen Sprenkeln. Das sind meist die Weibchen der Zauneidechse oder es sind Wald- oder Mauereidechsen, diese sind jedoch stärker gefleckt. So kann man am jeweiligen Muster oder an der Farbe des „Aalstriches“ die Art der Eidechse erkennen. Auch die meist heller getönte Farbe der Bauchseite gibt Aufschluss darüber, um welche Eidechse es sich handelt. Die Männchen der Zauneidechse sind, im Gegensatz zu den Weibchen, an Kehle und Flanken hellgrün gefärbt mit dunklen, kleinen Tupfen. Besonders farbenprächtig sind die Smaragdeidechsen. Männchen wie Weibchen haben, wenn sie erwachsen sind, eine Blaufärbung von Kinn, Kehle, Kopf- und Halsseiten mit einer gelbgrünen Grundfärbung und dunklen Sprenkeln. Smaragdeidechsen können mit etwa 30 cm Länge auch besonders groß werden. Da sie sehr wärmeliebend sind, kommen sie in Deutschland sehr selten vor.

 

Anders verhält es sich mit den Waldeidechsen, sie brauchen deutlich weniger Wärme und lieben feuchte Plätze. Sie sind mit bis zu 16 cm Körperlänge die kleinste Art in Deutschland. Du kannst sie auch bei uns im Umweltzentrum Friesheimer Busch finden. Dort halten sie sich am liebsten am oder zwischen dem Totholz auf, auch an den Bruchsteinmauern kannst Du sie sehen, selbst im NABUnten Garten sind sie heimisch. Ihr Aussehen ist zwar nicht sehr beeindruckend, aber sie sind trotzdem etwas Besonderes, denn im Gegensatz zu den übrigen Eidechsen bringen sie ihre Jungen lebend zur Welt. Die anderen Eidechsen machen es sich etwas einfacher, sie suchen sich ein sandiges Plätzchen, vergraben dort ihre Eier und lassen sie von der Sonne ausbrüten. Vielleicht hast Du nun Lust bekommen unsere Eidechsen einmal zu besuchen.