Von Trittsteinen und Strahlursprüngen -

 Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie -  Reinhard Radloff

Von Regine Becker, Michael Gerhard, Stephanie Rebsch (Landesbüro der Naturschutz-verbände) sowie Hinrich Doering, Reinhard Radloff (NABU Rhein-Erft)

 

Die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) beschäftigt die Naturschutzverbände nun schon seit vielen Jahren. Auch im Rhein-Erft-Kreis begleiten und beraten Wasserfachleute des NABU wie Hinrich Doering und Reinhard Radloff die Planungen und Bestandsaufnahmen bei der Bezirksregierung Köln, beim Erftverband, beim Rhein-Erft-Kreis und den Kommunen. Bislang wurden auf der Grundlage einer Bestandserfassung aus dem Jahr 2004 ein so genannter Bewirtschaftungsplan und ein Maßnahmenprogramm erstellt.

Das Maßnahmenprogramm wurde durch Umsetzungsfahrpläne mit Einzelmaßnahmen an den einzelnen Gewässern konkretisiert. Ziel war und ist es, alle Fließgewässer und Seen, auch die Grundwasserkörper bis 2015 in einen „guten Zustand“ zu überführen. Leider ist die Erreichung des Ziels aber noch weit entfernt, das sieht man deutlich wenn man mit offenen Augen an unseren Gewässern, z. B. der Erft und ihren Nebenbächen entlang geht.

 

Umsetzungsfahrpläne

Flächendeckend liegen inzwischen für alle Gewässer in NRW mit einem Einzugsbereich größer 10 km² Umsetzungsfahrpläne vor. Hierin sind konkrete Maßnahmen mit Karten und recht genauer Maßnahmenbeschreibung benannt, die unbedingt erforderlich sind, um die Zielvorgabe nach WRRL für die Gewässer – ihren guten Zustand - zu erreichen. Die Umsetzungsfahrpläne basieren auf dem sogenannten Strahlwirkungskonzept. Dabei geht man davon aus, dass von naturnahen Gewässerabschnitten, die einen guten Zustand aufweisen, positive „Strahlwirkungen“ in angrenzende Gewässerbereiche erfolgen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Strahlursprünge eine ausreichende Qualität, Länge und Dichte im Gewässersystem haben. Ergänzend zu den Strahlursprüngen können kleinere Gewässerabschnitte als Trittsteine fungieren. Aus Sicht der Naturschutzverbände weisen die Umsetzungsfahrpläne zum Teil große Unzulänglichkeiten auf, gleichwohl ist die Umsetzung der bereits festgelegten Maßnahmen ein erster wichtiger Schritt hin zur Zielerreichung.

 

Karte des Umsetzungsfahrplans KOE41 Rotbach bei Erftstadt-Dirmerzheim (© Erftverband)

 

Verbindlichkeit der Umsetzungsfahrpläne

In der Praxis stellt sich häufig die Frage nach der Verbindlichkeit der Umsetzungs- fahrpläne. Sie dienen der Konkretisierung des Maßnahmenprogramms, das seinerseits „behördenverbindlich“ ist.

Das bedeutet, dass bei jeder Behörden-entscheidung das Maßnahmen programm und die Umsetzungsfahrpläne zu beachten sind. Vorhaben und Planungen, die das planerische Konzept und die entsprechenden Maßnahmen wie beispielsweise die Entwicklung und Wirkung eines Strahlursprunges vereiteln, dürfen nicht zugelassen werden, da sie der Zielerreichung widersprechen.  >>> weiterlesen siehe nachstehend:

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