Der Feuersalamander

(Salamandra salamandra) von Stefan Gabriel

Nachdem ich ihnen letztes Jahr die Gelbbauchunke vorgestellt habe, möchte ich ihnen dieses Jahr unseren heimischen Feuersalamander etwas näher beschreiben. Wer kennt ihn nicht „Lurchi“ - eine Comicfigur und das Logo eines Schuhherstellers. Ein Sympathieträger einer ganzen Generation.

 

Leider war dies früher nicht immer so. Im Mittelalter galten Feuersalamander als äußerst gefährliche Tiere. Sie sollten so giftig sein, dass sie ganze Völker töten konnten, alles, was sie berührten, war vergiftet. Sie waren kalt wie Eis und nur durch ihre Berührung wurden Feuer gelöscht. Unendlich viele Sagen gibt es über den Salamander und fast nichts davon entspricht der Wahrheit.

 

Fast jeder kennt ihn, aber meist nur die älteren Leute haben in ihrer Jugend mal einen Feuersalamander in der Natur gesehen.  Meist auch nur im Urlaub in Bayern, Frankreich oder Griechenland. Viele denken auch, dass er bei uns mittlerweile ausgestorben ist. Dabei lebt er auch hier bei uns im Rhein-Erft-Kreis und den benachbarten Landkreisen. Dadurch, dass der Feuersalamander nachtaktiv ist und überwiegend bei Regen auf Nahrungssuche geht, kann er nahezu unentdeckt in unseren Wäldern leben. Tagsüber und bei Trockenheit bleibt er versteckt unter Totholz, Steinen oder in Erdlöchern. Wer den Feuersalamander in der Natur beobachten möchte hat bei Dunkelheit im Regen und vorheriger Trockenheit die beste Chance. Sie sollten aber, wie jedes Tier, nicht angefasst werden. Schon alleine wegen ihres giftigen Hautsekretes sollte dies unbedingt vermieden wer-den.

 

Der Feuersalamander
Salamandra salamandra


Größe und Alter: Die Tiere können bis zu 20 cm lang und bis zu 20 Jahre alt werden. Es gibt Einzelnachweise von über 50-jährigen Tieren in der Terraristik.

 

Verbreitung: In Mitteleuropa kommt er fast flächendeckend vor, sofern geeignete Lebensräume vorhanden sind.

Lebensraum: Feuchte Laubwälder oder Mischwälder mit wenigen Nadelhölzern. Überwiegend in Buchen- und Eichenwäldern.

 

Merkmale: Meist überwiegend schwarz glänzend mit gelben Flecken. Die Musterung der Tiere ist extrem variabel und so individuell wie ein Fingerabdruck. Hinter den Augen sind ausgeprägte Ohrdrüsen zu erkennen. Auf diesen Parotiden und auf dem Rücken sind die Drüsen, die das „Gift“ absondern. Es dient als Schutz vor Bakterien und Pilzen.

 

Nahrung: Die Larven ernähren sich überwiegend von Wasserflöhen, Bachflohkrebsen und Insektenlarven, später an Land stehen Schnecken, Würmer, Käfer, Asseln und Spinnen auf dem Speiseplan.

 

Geschlechtsunterschiede: Das Weibchen ist etwas größer und kräftiger als das Männchen. Die Kloake des Männchens ist kräftiger gewölbt.

 

Fortpflanzung: Die Paarung erfolgt, anders als bei Molchen, an Land. Die Larven entwickeln sich soweit im Mutterleib, dass beim „laichen“ die Eihüllen aufplatzen und die kiementragende Larve zur Welt kommt. Je nach Alter und Körpergröße werden zwischen 10 und 60 Larven abgesetzt. Die Larven benötigen dann je nach Nahrungsangebot und Temperaturen etwa 4 Monate bis sie das Wasser verlassen und von nun an komplett terrestrisch leben. Nach etwa 4 Jahren werden sie geschlechtsreif.

 

Besonderheiten: Normalerweise nutzt Salamandra salamandra kleine langsam fließende Bachläufe als Larvengewässer. Hier in unserer Region nutzt er auch stehende Gewässer.

Es gibt in Deutschland 2 Unterarten des Feuersalamanders. Salamandra salamandra salamandra (gefleckter Feuersalamander) und Salamandra salamandra terrestris (gebänderter Feuersalamander). 

 

Den Winter verbringt er in frostsicheren Felsspalten, Erdhöhlen, unter Moos- und Laubschichten und Geröllhaufen.

 

Wer mehr über diese interessanten Amphibien erfahren möchte und vielleicht auch einmal eine kurze Exkursion in ein Habitat im Rhein-Erft-Kreis erleben möchte, darf mich gerne kontaktieren.