NABU-Obstwiese und Nachbarschaftsgarten in Bedburg-Broich

2017 von Gisela Wartenberg

Lange, bevor der NABU Rhein-Erft e.V. im Umweltzentrum Friesheimer Busch begann, mit Schafen und Ziegen Biotoppflege zu betreiben, wurde das schon in Bedburg praktiziert, genauer in Bedburg-Broich „An der Rupperburg“.

 

Vor rund 30 Jahren beschloss die Ortsgruppe Bedburg mit Dr. Wolgang Rieve und Josef Vogt „An der Rupperburg“ eine Obstwiese anzulegen und zu pflegen. Dr. Rieve kümmerte sich um die Obstbäume, und tut es noch heute, Josef Vogt führte bis vor rund fünf Jahren mit einer kleinen privaten Schafherde die Beweidung durch. Und da er auch Imker war, sorgten seine Bienen für die Bestäubung der Obstbäume. Als er sein Engagement aus Altersgründen reduzierte, übernahm Frank Haese die Fläche. Seine Schafe und Ziegen sind ein Magnet für Familien mit Kindern, Schulklassen, die zu Besuch kommen, und Kitas. Zur Obsternte kommen sie gern als Helfer und verarbeiten die Früchte zu Saft und Marmelade. Anschließend verkaufen sie Äpfel, Saft und Marmelade und spenden den Erlös an die Aktion „Lichtblicke“ von Radio Erft.

 

 

Irgendwann kam bei den benachbarten jungen Familien, die Frank Haese regelmäßig besuchten, der Gedanke auf, einen naturnahen Garten mit Spielgelegenheiten für die Kinder zu schaffen. Auf der Wiese war dies nicht möglich. Aber gegenüber, auf der anderen Seite des Weges, war eine ca. 500 m² große Restfläche, die nicht bebaut werden durfte. Da unter den Familien auch NABU-Mitglieder waren, pachtete sie der NABU Rhein-Erft e.V. von der Stadt Bedburg für einen Nachbarschaftsgarten an. Die Kosten für den Zaun übernahm der NABU. Die Pflanzen für die Hecke aus einheimischen Sträuchern wurden gesponsert durch Vermittlung von RWE-Förster Michael Zimmer, der seit über 30 Jahren aktives Mitglied der Ortsgruppe ist. Herbert Hiller, auch langjähriges NABU-Mitglied, übernahm weitestgehend den Aufbau des Zaunes.

 

Alle sechs Familien packten kräftig an. Seit 2014 kann man sehen, wie sich die Anlage entwickelt. Der Vorstand mit Wilbert Spitz und Gisela Wartenberg konnte sich im Mai 2016 ein Bild von dem Projekt machen.

 

Bei dem Nachbarschaftsgarten handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt. Wichtig war dem NABU, dass hier der Gedanke der Umweltbildung weitergetragen wird. Über die Kinder der Familien kam eine Patenschaft mit der Wilhelm-Busch- Grundschule in Bedburg zustande. Regelmäßig kommt eine Klasse mit allen Kindern in den Garten und pflegt ihr Beet.

 

Im Garten werden verschiedene Gemüsesorten zur Demonstration angebaut und Erfahrungen gesammelt. Ein Kräutergarten ist im Aufbau.

 

Und auch Bienen gibt es wieder seit rund drei Jahren. NABU-Mitglied Birgit Franke hat dort einige ihrer Bienenstöcke auf der Obstwiese stehen.

 

In der nächsten Ausgabe berichten wir über ein weiteres Projekt der Ortsgruppe Bedburg, das NABU-Biotop auf der Wiedenfelder Höhe.