Steinkauzschutz im Rhein-Erft-Kreis

Der NABU Rhein-Erft betreut 2017 etwa 75 Brutröhren für Steinkäuze. Darüber hinaus kümmern sich Privatleute um die Betreuung von Brutplätzen. Stefanie Taube engagiert sich im Kreisgebiet bei der Beobachtung der von Tierschützern aufgehängten Brutröhren oder -kästen. Dieses Jahr besuchte sie 55 Röhren und zählte zwölf Paare mit 38 Jungtieren. Daneben sind drei Naturbruten in alten Bäumen mit Höhlen bekannt. 2016 gab es zehn Paare mit 30 Jungtieren. Die höhere Zahl an Individuen ist unter anderem auf die steigende Menge an Steinkauz-Revieren zurückzuführen.

 

Ringe als Personalausweis

Jedes Jahr im Frühsommer steht die Beringung der jungen Steinkäuze an. Zusammen mit Peter und Rita Müller macht Stefanie Taube sich seit 2011 auf den Weg in die Steinzkauzreviere: Beweidete Obstwiesen, Pferdekoppeln oder gemähtes Grünland möglichst weit ab von Straßen und Wäldern mögen die kleinen Eulen am liebsten.

Dann geht es los: Stefanie Taube klettert mit einer Leiter in den Brutbaum und holt die Küken aus der Brutröhre. Dieser liegt meist auf einem starken unteren Ast eines großen Baumes, so dass die Altvögel gut einfliegen können. Die Alten sind oft unterwegs und verteidigen die Brut nicht. Der Menschengeruch stört nicht, die Steinkäuze nehmen auch nach dem Besuch die Jungtiere wieder an. Rita Müller führt Protokoll und ihr Ehemann Peter beringt die Jungen: Er hält fest in der Hand, nimmt ein Beinchen und befestigt mit einer Zange den Ring. Mit diesem Ring können die Tierschützer bei späteren Tierfunden nachvollziehen, wo die Tiere ihre neuen Reviere beziehen und brüten. Peter Müller hat die notwendige Beringungserlaubnis des Kreises für Steinkäuze und Schleiereulen und ist bei der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. in Bad Münstereifel aktiv. Nach der Beringung kommen die jungen Steinkäuze wieder in das Nest, dieses wird verschlossen und ab da in Ruhe gelassen. Jungtiere, die zu schwach scheinen, nehmen die Müllers mit und ziehen sie von Hand oder mit Hilfe von „Adoptionskäuzen“ auf. Nicht jeder Brutkasten wird von den Steinkäuzen als Brutplatz genutzt. Manche dienen als Vorrat für Futter, in anderen ruhen die Alten.

 

Erhalt der Lebensumwelt

Mit der Beringung ist die Arbeit der Eulenschützer aber nicht getan: Die Landbesitzer werden bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen und der Pflege der Brutbäume beraten. Denn der Steinkauz mag zur Nahrungssuche nicht allzuweit fliegen und fängt seine Mäusenahrung am liebsten auf kurz geweidetem Gras.

Defekte Brutröhren– und kästen werden ausgetauscht, neue aufgehangen, jahrelang nicht besiedelte Röhren werden abgehangen. Weitere Infos zum Steinkauzschutz finden Sie hier:

https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/steinkauz