Weichhölzer zu wenig durch die Forstarbeiten geschont

01.01.2017 von Karl-Heinz Jelinek

Schmetterlinge brauchen Sonnenlicht und Blüten-Nektar für die Falter, aber auch Futterpflanzen für die Raupen. Daher nimmt man als Schmetterlingskundler erfreut zur Kenntnis, wenn der Wald aufgelichtet wird und dadurch wieder Sonnenschein zwischen die dicht stehenden Gehölze gelangen kann. So freute ich mich vor einigen Tagen, als ich die Forstarbeiten im erschreckend zuwachsenden Rübenbuschtal sah. Beim genaueren Hinsehen stellte ich allerdings fest, dass dort überwiegend blühende Weiden und andere Weichhölzer gefällt wurden.

Gefällte Weiden im Rübenbuschtal
Gefällte Weiden im Rübenbuschtal

Jedes Kind weiß, wie wichtig die blühenden Weidenkätzchen im Frühling als erste Bienenweide sind! Genauso gilt dies auch für die früh fliegenden Schmetterlinge. Aber nicht nur die Falter benötigen die Weiden. Weiden, Birken und Espen haben eine herausragende Bedeutung als Futterpflanzen für die Raupen vieler Arten. Untersuchungen in Baden-Württemberg haben ergeben, dass 146 Großschmetterlingsarten die Sal-Weide in irgendeiner Weise nutzen. Die oft gelobte Rotbuche hingegen wird nur von 62 Arten genutzt.

 

Wenn wir unsere Biodiversität erhalten wollen, müssen solche Fakten einen viel stärkeren Einfluss auf die Art und Weise unserer Waldbewirtschaftung erhalten.