HOME Die Bocksriemenzunge oo

Betörende Duftnote: Die Bocksriemenzunge

Von Peter Rolf

Mit dem NABU-Info 2009 schien die Serie über die Orchideen im Rhein-Erft-Kreis beendet, alle hier vorkommenden Arten waren beschrieben. Nun gab es im selben Jahr Neufunde zu verzeichnen, eine davon ist die Bocksriemenzunge Himantoglossum hircinum. Zwar wurde 1998 von Herrn Walter Zenker ein Exemplar im Gleisdreieck des Horremer Bahnhofs entdeckt, es blühte aber nur wenige Male und ist seitdem verschollen. Im Juni 2009 wurde vom Verfasser wieder eine einzelne Pflanze im Bereich Bergheim-Oberaußem gefunden.

orchidee
Die Bocksriemenzunge verdankt ihren Namen zweierlei Umständen. Mit „Riemen“ ist der schmale Mittellappen der Blütenlippe gemeint, der auf einer Länge von 4-6 cm schraubenförmig gedreht nach unten hängt. Bei sich öffnender Blüte sieht man ihn aufgerollt wie eine Uhrfeder. „Bock“ bezieht sich auf den Geruch. Besonders abends strömt die Orchidee einen starken „Duft“ nach Ziegenbock aus, der Fliegen, aber auch Bienen, z.B. Sandbienen anlockt.
„Die Himantoglossum“ bildet schon im August zwei bis vier überwinternde Grundblätter aus. Der Blütentrieb zeigt sich ab Mitte April, ausgewachsen hat er auf maximal 80 cm Höhe bis zu zehn Stängelblätter. Der Blütenstand ist reichblütig (bis zu 100 Blüten), Blühzeit ist im Flachland von Mitte Mai bis Anfang Juni. Von allen anderen Arten zu unterscheiden ist die Orchidee durch die bereits erwähnte, im oberen Bereich auf weißem Grund rot gepunktete „Riemenzunge“. Eine nähere Beschreibung der Blüten kann daher entfallen, zumal diese sehr farbvariabel sind.
Foto: Frank Höveler  

In den letzten Jahren ist – ähnlich wie seinerzeit bei der Bienenragwurz – eine Ausbreitungstendenz zu beobachten. Zählt man hinzu, dass bei beiden wärmeliebenden Arten der Blattaustrieb drei bis vier Wochen früher erfolgt als noch Mitte der 90er Jahre, scheint dies – unter vielen anderen – ein weiteres deutliches Indiz für die Klimaerwärmung zu sein.
Die Befürchtung, immigrierte Orchideenarten könnten heimische Pflanzen verdrängen, ist unbegründet, sie sind i.d.R. zu konkurrenzschwach. Wir können uns also bedenkenlos an ihrer Schönheit erfreuen. Schönheit für das Auge. Es riecht ja nichts.

 

Wanderungen zu Orchideenvorkommen
in der NRW-Eifel

Auch in diesem Jahr finden wieder Wanderungen zu den Orchideenvorkommen in der NRW-Eifel statt. Die Termine dazu sind:
Samstag, 05.06.2010, Wanderung von ca. 8 km im Raum Blankenheim (Alendorf/Ripsdorf).
Samstag, 12.06.2010, Wanderung von ca. 10 km im Raum Blankenheim (Ripsdorf).
Treffen ist jeweils um 11.00 Uhr auf dem Rastplatz Engelgau an der A1 zwischen der AS Nettersheim und dem Autobahnende bei Blankenheim. Beide Wanderungen sind ohne Einkehr, es sollte deshalb neben guter Laune und Kondition sowie geeigneter Kleidung auch Rucksackverpflegung mitgebracht werden.

Anmeldung erbeten bei Peter Rolf, Theodor-Heuss-Straße 47, 50374 Erftstadt,
Tel.: 02235 413 418, Email: rolfkerpen@web.de

 

 

 

Online spenden
Mitglied werden

Blühende Landschaften

Klimaschutz

Der NABU gibt die 77 besten Tipps wie Sie unser Klima schützen können. Mehr

 

 

Termine

Samstag, 05.06.2010

Orchideenwanderung Raum Blankenheim, Treff 11.00 Uhr Rastplatz Engelgau

Ltg. Peter Rolf

Samstag, 12.06.2010

Orchideenwanderung Raum Blankenheim, Treff 11.00 Uhr Rastplatz Engelgau

Ltg. Peter Rolf