Die Sibirische Schwertlilie
Von Birgit Schnell
Die Blume des Jahres 2010 ist die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica L.), die zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) gehört. Sie ist eine krautige Pflanze mit langen schmalen Blättern, deren Wuchshöhe zwischen 50 und 80 cm liegt. Im Mai und Juni ist Blütezeit. Dann trägt die Pflanze ihre markanten blauen oder blauvioletten Blüten auf einem runden Stengel, der über die anderen Blätter emporragt. An dessen Spitze öffnen sich ein bis drei Blüten. Hummeln bestäuben sie. Die Blüten haben einen Durchmesser von sechs bis sieben Zentimetern. Drei Blütenblätter stehen aufrecht und weitere drei neigen sich nach unten.
Das einheimische Vorkommen ist laut Floraweb vom Bundesamt für Naturschutz „gefährdet“ und gesetzlich „besonders geschützt“. Das ist wichtig, denn die Iris ist eine seit dem Altertum bekannte und beliebte Kulturplanze. In Europa gibt es Darstellungen in Mosaiken aus der Römerzeit. Karl der Große kannte und schätzte sie. Im Barock war sie in der Malerei ein gerne genutztes Motiv. Es gilt als sicher, dass sie in Deutschland seit 1594 kultiviert wurde.
Die Iris sibirica braucht Teichufer, feuchte Wiesen, Gräben, Flutmulden und Niedermoore, um ihren Bestand zu halten. Die Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt weist mit ihrer Auswahl zur Blume des Jahres darauf hin, dass es einen „bundesweiten Rückgang“ dieser Art gibt. Das ist durch Trockenlegungen und Flächenversiegelungen der genannten Lebensräume bedingt.
Sicher geht es vielen Lesern wie Loki Schmidt, die bereits 1977 in einem Zeitungsartikel schrieb: „Diese schöne grazile Iris habe ich leider noch nie als Wildpflanze gesehen. Dafür kann ich sie jedes Jahr im Mai in üppiger Fülle in meinem Garten genießen.“
Die zahlreichen Zuchtformen der Iris sind in Gärten oft eine Augenweide. Um so mehr sollten wir darauf bedacht sein, den Ursprung, die Wildform, zu schützen und zu erhalten!

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