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Schmetterlinge im Rhein-Erft-Kreis

Die Senfweißlinge

(Leptidea sinapis und Leptidea reali)

Von Karl-Heinz Jelinek
Bei den Senfweißligen handelt es sich um einen Artkomplex, aus dem in Deutschland zwei sehr nah miteinander verwandte Arten vorkommen. In der älteren Literatur findet man nur Leptidea sinapis, L. reali wurde erst 1989 beschrieben. Beide Arten sind nur anhand der Genitalstrukturen sicher zu unterscheiden.
Der deutsche Name Senfweißling ist irreführend, weil die Raupen beider Arten im Gegensatz zu den Kohlweißlingen nicht an senfölhaltigen Pflanzen leben, sondern auf Leguminosen angewiesen sind. Dies hat KOCH in den 80er Jahren veranlasst, den Namen „Leguminosen-Weißling“ einzuführen, der sich allerdings nicht durchsetzen konnte. Zurzeit gibt es einen neuen Versuch, mit „Tintenfleck-Weißling“ einen besseren deutschen Namen einzuführen, der sich auf den dunklen Fleck in der Vorderflügelspitze bezieht.

 

Senfweissling
Foto: Karl-Heinz Jelinek


Die Senfweißlinge gehören innerhalb der Weißlingsfamilie zur Unterfamilie Dismorphiinae. Die meisten Arten dieser Unterfamilie leben im tropischen Südamerika; in Europa ist die Artenzahl mit vier Arten aus der Gattung Leptidea vergleichsweise bescheiden.

Untersuchungen an Museumsmaterial und aktuell neu gefundenen Tieren zeigen, dass in früheren Jahren in weiten Teilen Deutschlands nur L. sinapis vorkam, heute jedoch in den meisten Regionen L. reali verbreitet ist. Es ist unklar, wo L. reali damals seinen Verbreitungsschwerpunkt hatte, und warum es eine derartige Verschiebung der Verbreitungsgebiete gibt.
Im Rhein-Erft-Kreis konnte der Senfweißling in den letzten Jahren nur selten beobachtet werden. Die Überprüfung eines Fundes aus dem ehemaligen Munitionsdepot am Friesheimer Busch ergab, dass es sich dabei um L. reali handelt. Ein weiterer Fund wurde Mitte Mai 2009 im Rekultivierungsgebiet des Tagebaus Frechen gemacht; die exakte Artbestimmung steht hierbei noch aus.
Auf der Roten Liste NRW wird der Senfweißling in Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt, wobei noch nicht zwischen den beiden Arten unterschieden wird. Dennoch muss auch bei L. reali von einer starken Gefährdung ausgegangen werden, weil der Falter in unserer Region nur selten gefunden wird, wobei es sich bei allen Fundorten um magere und warme Plätze handelt.
Das Rekultivierungsgebiet des Tagebaus Frechen rund um den Boisdorfer See nebst Papsthügel ist ein solches Gelände, das sehr warme Stellen mit mageren Böden enthält. Im Rahmen einer Untersuchung während des Jahres 2009 konnte dort eine Reihe bemerkenswerter Tag- und Nachfalter beobachtet werden. Darunter befinden sich seltene und vom Aussterben bedrohte Arten. Der NABU hält es daher für dringend erforderlich, dort zum Schutz dieser und anderer Arten ein angemessenes Naturschutzgebiet auszuweisen.

 

  


Entomologischer Arbeitskreis
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Fast 1.000 Schmetterlingsarten für den Rhein-Erft-Kreis nachgewiesen!

Der seit 1961 bestehende Entomologische Arbeitskreis trifft sich seit 2 Jahren im Umweltzentrum am Friesheimer Busch. Neben den öffentlichen Vortragsveranstaltungen während der kalten Jahreszeit meist am letzten Donnerstag des Monats (siehe Veranstaltungshinweise) werden während des Sommerhalb-jahres öffentliche Exkursionen durchgeführt. Auch diese entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsprogramm.
Darüber hinaus wird gezielt die Insektenfauna des Kreisgebietes untersucht. Die dabei gesammelten Daten werden in Fachzeitschriften veröffentlicht und dienen der Bewertung der Arten für die Roten Listen und zum Zwecke des Natur-schutzes vor Ort.
Ansprechpartner:  Karl-Heinz Jelinek, Meckhofer Feld 43, 51377 Leverkusen
Tel.+Fax: 0214 8709371, E-Mail: Karl-Heinz.Jelinek@gmx.de

 

 

 

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