Die neue Gemeinschaftsaufgabe des NABU NRW
Von Simone Bergheim
Seit 2007 diskutieren und beschließen die 52 NABU-Kreis- und Stadtverbände gemeinsam mit dem Landesverband NRW ein bis maximal vier Gemeinschaftsaufgaben, die sie zusammen schwerpunktmäßig und landesweit aufgreifen wollen. Häufig geht es um praktische Natur- oder Artenschutzmaßnahmen. Manchmal sind es aber auch wichtige Querschnittsaufgaben zur Stärkung des Verbandslebens, wie etwa die Gründung neuer Kinder- und Jugendgruppen oder die Vorbereitung eines NABU-Reiseführers. Diese öffentlichkeitswirksamen Aktionen führen auf breiter Ebene zu einer Bündelung von Kräften und schaffen positive Anreize für den Naturschutz.
Im vergangenen Jahr haben die NABU-Gruppen in NRW und der Landesverband beschlossen, sich im Jahr 2010 auf eine Aufgabe zu konzentrieren, auf die NABU-Aktion "Schwalbenfreundliche Häuser". Auch der Kreisverband Rhein-Erft macht bei dieser Gemeinschaftsaufgabe mit.
Ab April fliegen die Schwalben wieder durch unsere Dörfer. Das Gezwitscher der wendigen Flugkünstler und Sommerboten lässt sich vielerorts in der Nähe von Häusern, Schuppen und Ställen noch hören. Doch so wie früher ist es schon lange nicht mehr. Die Anzahl der Schwalben geht seit vielen Jahren deutlich zurück. Die Vergrämung durch den Menschen sowie immer weniger werdende Nistmöglichkeiten sind die Hauptursachen dafür.
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Mehlschwalben Foto: Norman Schiwora |
Obwohl dies nach dem deutschen Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, werden die häufig an Wohnhäusern errichteten Nester der Mehlschwalben oftmals von den Hausbewohnern beseitigt, weil die Hauswände durch Nistbaumaterial und Kotausscheidungen der Schwalben verschmutzt werden.
Durch die Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe und durch die Verunsicherung vieler Landwirte gingen auch viele Nistplätze der Rauchschwalben in Ställen verloren. Während früher in jedem Kuhstall Platz für mehrere Rauchschwalbenpaare war, sind die Viehställe heute verschlossen. Und weil heute viele Hofeinfahrten und Straßen im Gegensatz zu früher asphaltiert sind, fehlt den Schwalben oft lehmiges Material zum Bau der Nester.
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Rauchschwalben Foto: Rolf Juergens |
Doch auch wenn einige Menschen die Schwalben von ihren Gebäuden fernhalten, gibt es immer noch viele, die sich über die Schwalben an ihren Häusern freuen. Darum möchte der NABU Rhein-Erft in diesem Jahr erstmalig „Schwalbenfreundliche Häuser“ im Kreisgebiet prämieren.
Bewerben kann sich jeder, der das Brutgeschehen der kleinen Sommerboten unterstützt. Wer also ein Haus, einen landwirtschaftlichen Betrieb, eine Ferienunterkunft oder ein sonstiges Gebäude hat und Schwalben an den Wänden duldet, das Brutgeschehen akzeptiert und vielleicht sogar durch das Aufhängen von Nisthilfen und die Anlage einer Lehmpfütze fördert, kann sich beim NABU Rhein-Erft ab sofort bewerben.
[Mehlschwalben_Foto-Norman_Schiwora.jpg; Untertitel: Mehlschwalben Foto: Norman Schiwora
Rauchschwalben_Foto-Rolf_Juergens.jpg; Untertitel: Rauchschwalben Foto: Rolf Juergens]

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