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Neues von der NABU Naturschutz- und Landschaftspflegestation (L P S)

Bei Wind und Wetter
Von Gisela Wartenberg

Das vergangene Jahr bot von allem etwas. Zuerst wochenlang Schnee und Frost, Sturm, dann eine lange Trocken-periode, Hitze, große Regenmengen im Spätsommer, frühen Frost in der ersten Oktoberhälfte, und mit Schnee und Frost ab Ende November schließt sich der Kreis.
Ich will nicht gerade sagen, dass das unserer Mannschaft nichts ausmachte, aber alle waren zuverlässig jeden Samstag um 9.00 Uhr an der Heuhütte im Umweltzentrum, um die laufenden Arbeiten zu erledigen und die Versor-gung der Tiere für die kommende Woche vorzubereiten. Zur Kernmannschaft von 6 – 8 Leuten kam an guten Tagen noch einmal die gleiche Zahl dazu. Dann ließ sich der Stau der dringend zu erledigenden Arbeiten etwas abbauen. Es gab auch einige neue Gesichter: u.a. Daniel Linke, der im September ein dreiwöchiges Praktikum machte, und Paul Schütze, der zwar erst 2011 sein Schülerpraktikum machen will, aber seit dem Frühjahr 2010 fast jeden Samstag bis Mittag half. Es gab sogar Tage, an denen die Hälfte aller Helfer unter zwanzig war! Hoffentlich motiviert das weitere Helfer U 20, die an Natur- und Umweltschutz und der Arbeit mit Tieren Spaß haben, hier mitzumachen!

Zurück zum Wetter: Bei Frost und Schnee wurden weitere Bereiche im NSG Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch und im GLB (Geschützter Landschaftsbestandteil) Lange Heide Bliesheim entbuscht. Den Schafen und Ziegen machte der harte Winter wenig aus, sieht man mal davon ab, dass den ganzen Winter zugefüttert werden musste, und unser Heu natürlich wieder nicht reichte. Hinzu kam noch, dass der Sturm im Februar einige der Futterraufen zerstörte. Überhaupt gab es dieses Jahr einige Reparaturen an Fahrzeugen und Maschinen. Vor allem der Transporter nahm Schaden bei den zahllosen Schlaglöchern im NSG. Der Forst als Eigentümer des Geländes hat uns die Erneuerung der Hauptwege zugesagt. Auch die Zäune in den Ahremer Wiesen und auf der Wiedenfelder Höhe sind in die Jahre gekommen und müssen ersetzt bzw. repariert werden, damit kein Tier ausbrechen und auf die Straße laufen kann. Gerade die Ziegen sind wahre Ausbruchsgenies, wenn auf der anderen Seite des Zauns etwas Interessantes wächst.
Mitte März begann die Lammzeit. Ende des Monats waren alle Jungtiere auf der Welt, 28 Schaflämmer und 25 Ziegenlämmer, alle wohlauf. Wir verloren nur zwei Tiere. Wegen der extremen Trockenheit - 5 Wochen ohne Regen – wuchs das Gras auf den Weiden nicht, und wir mussten weiter Heu zufüttern. Zum Glück hatten wir rechtzeitig im Winter zugekauft, denn der Markt war jetzt wie leergefegt.
Ende Juni - extrem spät – begannen wir die Mahd und konnten 280 Ballen Heu einbringen, gerade ausreichend für ca. drei Monate. Ein zweiter Schnitt war nicht mehr möglich, denn nun blieb es so nass, dass das Gras verpilzte und als Heu ungeeignet war.

Unsere Tiere blieben ansonsten recht fit. Kein Wunder, bei der guten Pflege, angefangen bei der Schafschur Mitte Mai, regelmäßiger Klauenpflege, Wurmkuren und Parasitenbehand-lungen sowie Impfungen gegen Blauzungenkrankheit. In der Spitze waren fast 130 Tiere zu versorgen, aufgeteilt in drei bis fünf Herden. Der Auf- und Abbau der Elektrozäune ist schon Routine. Bei gefrorenem Boden allerdings schon mal ein Problem, und das kam 2010 häufiger vor. Zusätzliche Helfer sind daher immer willkommen, wie z.B. die jungen Leute vom Freiwilligen ökologischen Jahr (FöJ) im Umweltzentrum oder die Mitarbeiter der RWE-Presseabteilung, die einen Tag im NSG beim Entbuschen halfen, eine Arbeit, die das Team der LPS von Oktober bis Ende Februar durchgehend leistet. Im Sommerhalbjahr steht dann vor allem Wiesenpflege auf der Tagesordnung, und es zeigen sich weiter Erfolge: Im Jahr der Biodiversität (Artenvielfalt) 2010 zählten wir im NSG allein 369 Exemplare des Gefleckten Knabenkrauts. Das Übersehene Knabenkraut, von dem 2009 die ersten beiden Pflanzen im Gelände entdeckt wurden, war 2010 mit 17 Exemplaren vertreten. Auch die Heideflächen entwickeln sich dank abgestimmter Beweidung hervorragend, ebenso wie die Bestände von Klappertopf, Teufelsabbiß u.a.

Im Spätsommer haben wir wie üblich Tiere an befreundete Schäfer verkauft, insgesamt 47 Stück, so dass wir mit 77 Tieren in den Winter gehen, davon 42 Schafe und 35 Ziegen, aufgeteilt in Deckherden, „Männer-WG“ (nur Böcke) und nicht zu deckende Muttertiere. Um die Tiere vor dem Wetter etwas zu schützen, wurden zusätzlich noch zwei Weidezelte angeschafft, die gut zu transportieren sind.

Was es sonst noch gab?
Es gab dieses Jahr kein Obstwiesenfest. Das wird in Zukunft nur alle zwei Jahre stattfinden, und wir laden jetzt schon einmal alle Freunde dieses Festes für den 9.10.11 ein, mit uns das 40-jährige Jubiläum des NABU Rhein- Erft zu feiern.

Beim Wollfest in Kuchenheim waren wir erneut vertreten.
Als Beitrag zum Jahr der Biodiversität gab es am 10. Juli eine Führung im GLB Lange Heide Bliesheim, zu der wir Vertreter der Stadt, die Presse, die Nachbarn des Geländes und alle interessierten Mitbürger einluden. Erftstadts Bürgermeister Dr. Franz-Georg Rips und die Ortsbürgermeisterin von Bliesheim, Ute Junker, traten bei der Gelegenheit dem NABU bei. Das sollte Schule machen! Es war ein Tag, so heiß, dass die NABU-Regenschirme zu Sonnenschirmen zweckentfremdet wurden. Natürlich gab es auch wieder Führungen im NSG Ehem. Munitionsdepot Friesheimer Busch, und trotz strömenden Regens wollten einige Unerschrockene die Heideblüte sehen!

Alles in allem wieder ein arbeitsreiches Jahr; ca. 8.000 Stunden praktische ehrenamtliche Arbeit wurden geleistet, neben der Verwaltungsarbeit. Da sind neue Mithelfer immer willkommen. Treffpunkt ist die Heuhütte im Umweltzentrum jeden Samstag um 9.00 Uhr. Wenn Sie drei Stunden oder mehr mithelfen wollen, sind Sie in unserem Team herzlich willkommen. Schnell werden Sie merken, welche Art von Arbeit Ihnen am besten liegt. Ganz nebenbei bieten wir Ihnen tolle Naturerlebnisse bzw. -entdeckungen. Auch Nichtmitglieder sind gern gesehen. Näheres siehe unter „Zeitspende“.

Kontakt:
Hartmut Kaftan, Tel.: 02235/73759
Hartmut.Kaftan@t-online.de

 

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