HOME Von Kuhfuß.. oo

Von Kuhfuß, Schafsnase und Seidenhemdchen...


Neuer Informationsweg `Alte Obstsorten´ im Umweltzentrum Friesheimer Busch

Text: Simone Bergheim, Bild: Bernd Wartenberg

Bis in die 60er Jahre waren fast alle Ortsteile Erftstadts von Streuobstwiesen umgeben. Sie stellten früher eine wichtige Möglichkeit der Selbstversorgung mit Obst, aber auch zur Belieferung der nächsten Märkte dar. Daneben waren die Wiesen wichtige hofnahe Weideflächen.

Aufgrund der meist alten Bäume und der extensiven Bewirtschaftung der Wiesen- und Weideflächen gehören Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie beherbergen dabei nicht nur alte Obstsorten wie „Ananasrenette“, „Schafsnase" oder „Zwiebelapfel", sondern auch eine unendliche Vielzahl von Pflanzen und Insekten. Steinkauz, Specht, Siebenschläfer, Igel, Iltis und Fledermäuse gehören zu ihren Bewohnern.

Anfang der 70er Jahre wurde ein Großteil der Bäume durch umfassende, über Prämien geförderte, Rodungsarbeiten vernichtet. Auf Kosten der Streuobstwiesen wurde dadurch die industrielle Obstproduktion in modernen Plantagen gefördert. Mit den Obstbäumen verschwanden auch große Teile der Wiesen- und Weideflächen.

Seit nunmehr fast zwanzig Jahren versuchen lokale Umweltgruppen die Reste der Erftstädter Streuobstwiesen zu sichern und neue Bäume zu pflanzen. Von den in Erftstadt neu gepflanzten Apfel- und Birnensorten wurde auf dem „Informationsweg `Alte Obstsorten´“ im Umweltzentrum Friesheimer Busch, jeweils ein Baum gepflanzt. Mittlerweile können hier mehr als 35 verschiedene Sorten besichtigt werden.
Mit diesem Obstlehrpfad trägt der NABU Rhein-Erft maßgeblich zum Erhalt von Streuobstwiesen und somit der Artenvielfalt bei und leistet damit auch einen Beitrag zur Sicherung der Sortenvielfalt. Darüber hinaus soll mit dem Informationsweg das Interesse der Öffentlichkeit an dem Erhalt alter Obstsorten geweckt werden.
Manche alte Lokalsorte ist allerdings unter den heutigen Voraussetzungen nicht mehr die erste Wahl. Denn bei der Obstsortenwahl sind nicht nur Fruchtqualität, Standortansprüche, Krankheitsanfälligkeit oder der Wuchscharakter entscheidend, sondern eben auch der Pflegeaufwand, der in hohem Maße variieren kann. Daher hat der NABU Rhein-Erft schon vor Jahren ganz bewusst auch solche Sorten angepflanzt, die ursprünglich für unsere Region keine Bedeutung hatten.
Und somit ist der „Informationsweg `Alte Obstsorten´“ auch ein wichtiges Experimentierfeld für den Obstwiesenschutz vor Ort.

Alte Obstsorten Schirmherr
Das Foto zeigt (v. l.) Dr. Franz-Georg Rips, Bürgermeister der Stadt Erftstadt, Gisela Wartenberg und Simone Bergheim vom NABU Rhein-Erft, Mitarbeiter von Helios sowie Dr. Wolfgang Rieve von der Föno, präsentieren der Öffentlichkeit den neuen „Informationsweg `Alte Obstsorten´“

 

Im vergangenen Jahr hat der NABU Rhein-Erft diesen Lehrpfad neu gestaltet und mit neuen Schildern versehen. Der Bürgermeister der Stadt Erftstadt, Dr. Franz-Georg Rips, hat die Schirmherrschaft für den neuen „Informationsweg `Alte Obstsorten´“ übernommen.

 

Online spenden
Mitglied werden

Blühende Landschaften

Klimaschutz

Der NABU gibt die 77 besten Tipps wie Sie unser Klima schützen können. Mehr

 

 

Wer und was ist bei der Naturschutzarbeit versichert? Bin ich auch geschützt, wenn ich auf dem Weg in die Vorstandssitzung einen Unfall erleide?

NABU Podcast zum Hören