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Ortsgruppe Erftstadt
Ansprechpartnerin: Gisela Wartenberg, Matthias-Curt-Straße 64, 50374 Erftstadt, Tel. 02235 / 7 14 64, Fax: 02235 / 95 38 64 Treffen: jeden 1. Mittwoch im Monat, 19:30 Uhr Ort: Umweltzentrum Erftstadt im Friesheimer Busch, 50374 Erftstadt-Friesheim |
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| Der Kräutergarten | ||
Im Südwesten des Rhein-Erft-Kreises liegt die Stadt Erftstadt, mit 120 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Kommune, im Osten begrenzt vom Waldseengebiet der Ville. Namensgeberin der im Jahre 1969 im Zuge der Kommunalreform aus der Stadt Lechenich und den Ämtern Friesheim, Gymnich und Liblar entstandenen Stadt ist die Erft. Westlich der Erft erstreckt sich die Zülpicher Börde, eine weiträumige fruchtbare Ackerlandschaft, strukturiert durch die Rotbachaue und den Friesheimer Busch am Ostrand.
Hier arbeitet eine der ältesten Ortsgruppen des NABU Rhein-Erft, und mit rund 450 Mitgliedern auch die mitgliederstärkste im Kreis, seit Mitte der siebziger Jahre. Zunächst nur mit Ansprechpartner und ab 1982 als Ortsgruppe mit regelmäßigen Monatstreffs. Seit Ende 1983 ist Gisela Wartenberg Ortsgruppensprecherin. Die Treffen fanden anfangs in Lechenich, später in der Geschäftsstelle in Köttingen, und seit Sommer 2000 im Umweltzentrum Friesheimer Busch statt. Hier gjbt es geeignete Räume für Veranstaltungen unterschiedlichster Größe und auch die Kreisgeschäftsstelle ist jetzt dort untergebracht. |
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Christian Prume und Hartmut Volkammer beim Einsetzen
eines Tores |
Für dieses Zentrum hat sich die Ortsgruppe seit Anfang der 90er Jahre stark gemacht, und 1998 gehörte die NABU-Ortsgruppe zu den Gründungsmitgliedern des Trägervereins Umweltnetzwerk Erftstadt e.V. (UMNET).In der Folge zeigten die Mitglieder sowohl beim Ausbau als auch bei den Veranstaltungen viel Engagement. Das kam nicht von ungefähr: Seit Mitte der 80er Jahre wurden eine Reihe von Projekten auf den Weg gebracht: Pflanzmaßnahmen am Lechenicher Mühlengraben und an der Erft, Anpachtung und Rekultivierung der ehemaligen Kiesgrube "Hexenberg" zwischen Friesheim und Erp, Anlage von Gehölzen und breiten Hecken gemeinsam mit den Jägern im Lehr- und Versuchsrevier Erftstadt (siehe gesonderter Artikel) usw.
Anfang der 90er Jahre retteten NABU-Helfer die stark kopflastigen Kopfweiden und -pappeln am Lechenicher Mühlengraben vor dem Auseinanderbrechen. Bei der Erweiterung des Lechenicher Schlossparks konnte der Förderverein auf den NABU bauen. Dazu kam die Pflege alter und die Anlage neuer Streuobstwiesen, teils auf Pachtland wie in Lechenich an der Klosterstraße, teils auf Eigentum wie in der Rotbachaue. Später kam der Obstbaumlehrpfad im Umweltzentrum dazu.
2006 gab es erstmals eine nennenswerte Ernte, die beim Obstwiesenfest zu frischem Apfelsaft gepresst werden konnte. Bei der Fülle der Aufgaben wurde eine Umorganisation notwendig, und so kam es zur Gründung der "NABU Naturschutz- und Landschaftspflegestation" (LPS) im Umweltzentrum - siehe gesonderter Artikel - im Jahre 2003. Inzwischen ist daraus ein veritabler landwirtschaftlicher Betrieb im Nebenerwerb geworden. Allein in Erftstadt betreut die LPS rund 40 ha Fläche, davon rund 30 ha im NSG im ehemaligen Munitionsdepot. Weitere 10 ha liegen überwiegend im Nordkreis.
Ein weiteres Kleinod ist der geschützte Landschaftsbestandteil "Villehang Lange Heide" in Bliesheim. Dieser ca. 2 ha große Magerrasen wird von der Ortsgruppe seit 1991 betreut, seit 2005 gibt es einen Pachtvertrag der Landschaftspflegestation mit der Stadt. Die wertvollen, sonnenexponierten Flächen, Fundort z.T. seltener Schmetterlinge, drohten zu verbuschen. Einzelaktionen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Im Winter 2005/06 fand eine groß angelegte Entbuschungsaktion mit dem Ziel statt, die Flächen zukünftig mit Ziegen und Schafen zu beweiden. Das Ergebnis erfüllte alle Erwartungen. Im Winter 2006/07 sollen weitere Bereiche entbuscht und eingezäunt werden. Wegen der nahen Autobahn können die Tiere ohne sichere Einzäunung nicht eingesetzt werden.
Die Tiere - das sind unsere Skuddenschafe und Schwarzhalsziegen. Angefangen hat alles mit sechs Skuddenschafen und einem Bock im Frühjahr 1999, die eine Gruppe NABU-Aktiver angeschafft hatte, um die Flächen im Umweltzentrum zu pflegen. In diesem Sommer waren es zeitweise 170 Tiere. Zum Winter sollen nur noch knapp 100 bleiben. Abnehmer unserer "Rasenmäher" finden wir immer. Heute werden die Tiere überwiegend im Naturschutzgebiet "Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch" zur Biotoppflege eingesetzt. Aber es gibt auch "Außeneinsätze" z.B. auf den Erftstädter NABU-Streuobstwiesen oder auf der "Wiedenfelder Höhe" in Bergheim.
Wenn man von der Ortsgruppe Erftstadt berichtet, bleiben Überschneidungen mit der Kreisebene nicht aus. Manches Projekt, das hier begonnen wurde, hat inzwischen kreisweite Auswirkungen. Glückliche Zufälle, wie z.B. die Aufgabe des Munitionsdepots in 1994, eröffneten Möglichkeiten wie die Gründung des Umweltzentrums, das in der Konsequenz zur Einrichtung der Kreisgeschäftsstelle und schließlich auch zur LPS führte.
Die Ortsgruppe ist sich bewusst, dass sie hier Dienstleistungsfunktion hat. Aber es ist ein Geben und Nehmen, wie z.B. beim Obstwiesenfest mit Tag der alten Nutztierrassen. Auch wenn die Organisation (bis jetzt) weitgehend von der Ortsgruppe Erftstadt und der LPS durchgeführt wird - ohne die aktive Mithilfe der anderen Ortsgruppen am Tag selbst wäre die Veranstaltung nicht zu bewältigen, bei jeweils rund 6.500 Besuchern in den letzten beiden Jahren.
Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle Aktivitäten ausführlich vorzustellen. Vieles wurde ja auch in den Vorjahren mit diesbezüglichen Artikeln im NABU-Info vorgestellt - z.B. der Kräutergarten im Umweltzentrum, der Arbeitskreis Umweltbildung, die Kinder- und Jugendgruppen, die Ausstellungen und Infostände, naturkundliche Führungen und Vorträge, Praxiskurse wie Obstbaumschnitt und vieles andere mehr.
Auch in der Kommunalpolitik mischen wir uns ein. Seit 1989 sind wir im Umwelt- und Planungsausschuss, heute Stadtentwicklungsausschuss genannt, als "Sachkundige Einwohner" vertreten, als unabhängige Sachwalter der Natur. Im "Kommunalen Nord-Südforum" sind wir von Anfang an dabei, und auch einer der zwei Landschaftswächter in Erftstadt ist schon fast traditionell NABU-Mitglied.
Es macht Freude, in einer so lebendigen Ortsgruppe zu arbeiten, und wer jetzt neugierig geworden ist, ist herzlich eingeladen, mal vorbei zu schauen beim Monatstreff jeden 1. Mittwoch des Monats um 19.30 Uhr im Umweltzentrum Friesheimer Busch, bei den Veranstaltungen oder bei den Arbeitseinsätzen, i.d.R. samstags ab 9.00 Uhr, Treffpunkt Heuhütte im Umweltzentrum. Helfende Hände und andere Unterstützer können wir (und der NABU allgemein) nie genug haben!

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