"Eine Natur auf Zeit" - Refugium für Natur muss dem Tagebau Hambach weichen
Von Leonhard Binek, Text und Foto
Natur auf Zeit - Rostgänse an den Klärteichen- Foto: L. Binek |
Durch den Tagebau Hambach gingen Anfang der neunziger Jahre die Klärbecken der Zuckerfabrik Elsdorf verloren. Das Gebiet lag in der so genannten Escher Bürge. Es wurden neue Schlammabsetzbecken angelegt, die sich zu einem wertvollen Biotop entwickelten. Durch vorhandene Feucht- und Trockenzonen bietet es zahlreichen, teilweise auch seltenen Vogelarten Rast- und Lebensraum.
Insgesamt kommen über 100 Vogelarten hier vor. Viele von ihnen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und sind in ihrem Bestand bedroht. (Schwarzkehlchen, Braunkehlchen u. Nachtigall). Durch den Tagebau Hambach wird dieses von Menschenhand erschaffene Biotop im kommenden Jahr den Tagebau-Baggern zum Opfer fallen. Angrenzende Wälder wurden schon dem Erdboden gleichgemacht, riesige Rohre durchziehen die letzten bewaldeten Flächen. Wasserpumpstationen wachsen wie Pilze aus dem Boden und verschandeln die zuvor von Wald bewachsenen Flächen.
Nur ein kleiner Rest-Wald (1,75 ha) bleibt dem Natur verbundenen Bürger zur Erholung und auch unseren Wildtieren und Vögeln als letzte Zuflucht erhalten!!!
Ersatz für solch ein (schützenswertes) Biotop gibt es nicht, da diese Klärbecken für die Ablagerung der anfallenden Rübenklärschlämme vorgesehen waren - nicht für die Natur.
Dass sich diese Klärbecken so gut entwickelten, konnte man im Voraus nicht ahnen, sehr zur Freude der Natur und der Vogelfreunde aus NRW und den benachbarten Benelux-Ländern, die hier zahlreiche naturkundliche Exkursionen durchführten. (!!!!)
Aber alles ist vergänglich, so wird auch dieses Refugium dem voranschreitenden Tagebau Hambach weichen müssen. Die Tier- und Pflanzenwelt wird sich dann einen anderen Platz suchen müssen. Naturschützer aber auch Anwohner hoffen auf einen dauerhaften Platz in unserer Region.
Und somit haben wir hier im Raum Elsdorf, bedingt durch den voranschreitenden Tagebau zum wiederholten Male „eine Natur auf Zeit“!
Ich hoffe, dass dieser Bericht Vielen zu denken gibt.

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